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Eine Kirche auf einem Hügel – die Institution ist in der Schweiz immer weniger beliebt.

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

In der Schweiz treten immer mehr Leute aus der Kirche aus, gleichzeitig ärgern sie sich über Wokeness. Der Schweizer Botschafter in Kirgistan hat zum ersten Mal in seinem Leben einen Staudamm eingeweiht, und das von der Schweiz inspirierte demokratische System liefert in Australien andere Resultate.

Herzliche Grüsse aus Bern

Priester berührt sein Kreuz: Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat zu einer Austrittswelle geführt.
Reuters

Exodus aus der Kirche: In der Schweiz gibt es immer mehr religionsfreie Menschen.

Sind Sie Mitglied einer christlichen Kirche oder einer anderen Religion? In der Schweiz gibt es immer mehr Menschen, die auf eine solche Mitgliedschaft verzichten, wie meine Kollegin Pauline Turuban in ihrem Artikel beschreibt.

In den 1970er-Jahren waren die Schweizer:innen entweder katholisch oder reformiert. Heutzutage sieht es etwas anders aus, seit der Jahrtausendwende nimmt die Zahl der Gläubigen stetig ab. Dank der Zuwanderung geht dies beim Katholizismus etwas weniger schnell. Doch der aktuelle Skandal um die Missbrauchsfälle hat zu einer heftigen Austrittswelle geführt. Anderen Leuten reicht bereits die Rechnung für die Kirchensteuer, um ein Austrittsschreiben zu verfassen.

Der Eindruck der immer säkulärer werdenden westlichen Welt kann aber täuschen: Fachleute sind sich uneinig, ob die Welt immer weniger religiös wird oder ob genau das Gegenteil eintritt. Das Christentum wird aber vermutlich auch in 30 Jahren noch die grösste Religionsgemeinschaft darstellen.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Pauline Turuban

Halten Sie sich für einen religiösen Menschen oder nicht? Warum?

Während die Religionszugehörigkeit in vielen Ländern abnimmt, interessiert uns Ihr Verhältnis zur Religion!

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Eine Person mit einer Regenbogenflagge. Wokeness sorgt für hitzige Debatten.
© Keystone / Anthony Anex

Wokeness sorgt für rote Köpfe – gewinnt aber noch keine Wahl.

Vor vier Jahren war das Thema, das den Schweizer:innen am zweitmeisten Ärger bereitet, inexistent. Heute rangiert «Gender-Debatte, Wokeness” auf Platz zwei einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo.

Viel Ärger um nichts? Es handelt sich um ein Reizthema, sagt der Geschäftsführer von Sotomo, Michael Hermann, in einem Interview mit Watson. Das hat sich die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) zunutze gemacht, indem sie im Wahlkampf stark gegen Wokeness mobilisiert hat.

Die Emotionen gehen hoch, doch für den Wahlentscheid spielt das Thema nur eine untergeordnete Rolle, so Hermann. Viele Leute seien deswegen genervt, doch deutlich weniger seien der Meinung, dass die Politik etwas dagegen tun müsse. Anders sieht es bei der Zuwanderung, den Krankenkassenprämien oder beim Klimawandel aus.

Verschneite Berge in Kirgistan.
Keystone / Igor Kovalenko

So gut gefällt es dem Schweizer Botschafter in Kirgistan.

Olivier Bangerter ist froh, dass ihm noch nie ein Schafkopf vorgesetzt wurde. Zum Essen. Denn dann bekäme er als Ehrengast die Augen serviert. Dazu ist es zum Glück noch nicht gekommen, obwohl er als Botschafter von Kirgistan schon viel bei den Menschen vor Ort zu Gast war.

Der Waadtländer lebt seit zwei Jahren mit seiner Familie in Bischkek, der Hauptstadt Kirgistans. Es gefällt ihm im Land mit den Steppen und den Bergen. Nicht zuletzt, weil es ihn an Afghanistan erinnert, wo er als höchster Schweizer auf der Botschaft gearbeitet hat.

Während er sich in Kabul nie alleine in der Stadt bewegen durfte und mit einer Evakuationstasche neben dem Bett schlief, gibt es in Kirgistan mehr Möglichkeiten, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Das schätzt Bangerter, der auch Kirgisisch lernt. Das Essen hat ihm dabei bis jetzt immer geschmeckt, am liebsten hat er Samsi, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen.

  • Am Anfang hat nichts drauf hingedeutet, dass Olivier Bangerter Botschafter werden würde: Lesen Sie hier die spannende Geschichte des Waadtländers – Artikel in der SonntagszeitungExterner Link
  • Diese Geschichte eines Auslandschweizers ist alles andere als schön: Ein Schweizer wurde in Peru verurteilt, weil er seine Partnerin getötet hat. In Peru fehlt seither jede Spur von ihm – der Mann lebt heute unbehelligt am Genfersee. Artikel im Tages-Anzeiger.Externer Link
Uluru, der heilige Berg der Aborigines in Australien.
Keystone / Lukas Coch

In Australien sorgte die direkte Demokratie für eine herbe Enttäuschung für die Aborigines.

Die Australier:innen haben abgestimmt. Eine Verfassungsänderung hätte den Aborigines, der indigenen Bevölkerung des Landes, mehr Mitspracherecht verliehen. Doch das Referendum wurde mit 60% Nein-Stimmen abgelehnt.

18 Millionen Menschen haben abgestimmt, in Australien herrscht eine Stimmpflicht. Alle sechs Bundesstaaten sagten Nein, eine Niederlage für die Aborigines. Aber auch für die direkte Demokratie, wie der Politikwissenschafter Francesco Veri gegenüber SWI swissinfo.ch sagt.

Australien hat sich bei der Gründung der Verfassung von der Schweiz inspirieren lassen, auch dort ist für eine Verfassungsänderung die Mehrheit von Volk und Ständen nötig. Und diese ist in Australien nur äusserst schwer zu erreichen. Die Gründe dafür liegen im Wahlsystem, im Föderalismus und nicht zuletzt bei der Stimmpflicht.

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