Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Aufdeckung eines Prostitutionsrings für Minderjährige in Genf wirft ein Schlaglicht auf eine besorgniserregende Realität: verletzliche Jugendliche, von denen manche von kriminellen Netzwerken kontrolliert werden. Das Phänomen, das in der Westschweiz an Bedeutung gewinnt, wird auch in unseren Nachbarländern diskutiert.
Im Berner Oberland rief am Wochenende eine Gruppe von Wanderern in Nazi-Uniform die Polizei auf den Plan. Zwar drohen ihnen derzeit keine Strafen, doch das soll sich bald ändern.
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Die Polizei hat in einem Barber Shop in Genf einen Prostitutionsring für minderjährige Mädchen zerschlagen, wie die Tribune de Genève heute berichtet. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein Phänomen, das in der französischsprachigen Schweiz wie auch in Frankreich zugenommen hat.
Fünf Männer wurden Anfang Mai in Genf festgenommen, weil sie die Prostitution von Minderjährigen gefördert und organisiert haben sollen. Mehrere junge Mädchen sollen sich im Hinterzimmer des Geschäfts mit Kunden getroffen haben, wobei sie von mehreren Angeklagten angeleitet wurden, die den Austausch und die Transaktionen organisierten. Eine von ihnen soll unter 15 Jahre alt gewesen sein.
Auch wenn es sich in diesem Fall um ein Netzwerk handelt, breitet sich die selbständige Prostitution von Minderjährigen in der Westschweiz aus, wie die Hilfsorganisationen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter feststellen. «Oft handelt es sich um Jugendliche mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl. Bei ihnen gibt es viel Leid», stellt ein Sonderpädagoge fest. Einige Jugendliche landen dann in der Hand von kriminellen Netzwerken.
Vor allem in Frankreich ist die Prostitution Minderjähriger ein grosses Thema. Schätzungsweise 20’000 Kinder sind Opfer, eine Zahl, die seit der Covid-19-Pandemie stark angestiegen ist, seit 2021 um etwa 34%. In fast 98% der Fälle soll es sich um Mädchen handeln.
Seit Anfang Jahr sind die öffentlichen Verkehrsmittel in Genf für Personen unter 25 Jahren kostenlos. Personen im Ruhestand profitieren von ermässigten Fahrpreisen. Die Rechnung für den Gratis-ÖV könnte sich jedoch als viel höher erweisen als erwartet, enthüllt RTS.
Der Genfer Grosse Rat hatte für die Umsetzung der Massnahme ein Budget von 32 Millionen Franken bewilligt. Die Nachfrage ist jedoch so gross, dass dieser Betrag nicht ausreichen wird. Laut der Untersuchung von RTS liegen die zusätzlichen Kosten bereits zur Halbzeit der Massmahne in einem Bereich von 10 bis 15 Millionen Franken.
Eines der Ziele des Projekts war es, die Bevölkerung dazu zu bringen, mehr öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Dies scheint bisher nicht erreicht worden zu sein, da die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Trams nur um 3% gestiegen ist. Einige Fachleute warnen jedoch davor, dass die Auswirkungen von Gratisfahrten auf die Fahrgastzahlen erst langfristig gemessen werden könnten.
Das Genfer Amt für Mobilität dementiert die von RTS genannten Zahlen «sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen». Es weist jedoch darauf hin, dass der im Budget festgelegte Betrag von 32 Millionen Franken nicht den durch die Massnahme verursachten Mitnahmeeffekt beinhalte. Das bedeutet, möglicherweise hätten viele ein Gratis-Abo bezogen, ohne aber den ÖV öfter zu nutzen.
Ein Polizeieinsatz der ungewöhnlichen Art ereignete sich am Wochenende im Berner Oberland. Die Polizei stoppte eine Gruppe von Wanderern in Nazi-Uniformen, wie SRF heute enthüllt.
Hakenkreuze, Schirmmützen und Nagelschuhe: Diese Kleidung trug eine Gruppe von etwa 25 Wanderern im Wildhornmassiv. Die Männer stammten aus verschiedenen europäischen Ländern sowie aus den Vereinigten Staaten. Die Kantonspolizei Bern wurde bereits am Freitag auf ihre Anwesenheit aufmerksam gemacht.
Die Wanderer wurden aufgefordert, ihre Wehrmacht-Uniformen auszuziehen. Die Polizei nahm zudem die Personalien auf. SRF geht davon aus, dass es sich um eine Gruppe handeln könnte, die sich laut Eigenbeschreibung der historischen Rekonstruktion widmet. Die Idee hinter solchen Aktionen könnte sein, eine Art Gedenkfeier zu veranstalten und so die Nazizeit zu verherrlichen.
Bisher drohen den Männern keine strafrechtlichen Konsequenzen, denn in der Schweiz ist das Zeigen von Nazi-Symbolen noch nicht verboten. Dies wird sich jedoch ändern, da das Parlament im letzten Jahr eine Motion angenommen hat, welche die öffentliche Verwendung von Nazisymbolen verbieten und bestrafen will. Der Bundesrat hat ein Gesetz ausgearbeitet, das bald in Kraft treten soll.
Die Zürcher Politikerin Sanija Ameti, die auf ein Bild von Jesus geschossen hatte, wurde wegen Verletzung der Glaubensfreiheit angeklagt. Die Co-Präsidentin von Operation Libero, die Anfang des Jahres aus der Grünliberalen Partei ausgetreten ist, muss mit einer Geldstrafe rechnen.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 100 Franken sowie eine Busse von 2500 Franken gegen die Zürcher Politikerin Sanija Ameti. Er ist der Ansicht, dass die Angeklagte den christlichen Glauben ins Lächerliche gezogen, ihn unnötig erniedrigt und auf verletzende Weise falsch eingeschätzt sowie eine «potenzielle Gefährdung der Religionsfreiheit» begangen habe.
Ameti hatte mit einer Luftpistole etwa 20 Mal auf ein Bild von Jesus und Maria aus dem Katalog eines Auktionshauses geschossen. Anschliessend hatte sie auf Instagram ein Foto ihrer Tat und ihres von Kugeln durchsiebten Ziels gepostet und den Kommentar «abschalten» hinzugefügt.
Ameti hatte versichert, dass sie nicht darauf geachtet habe, was das Bild darstellte. «Ich brauchte Motive, die für das Schiessen auf zehn Meter gut sichtbar sind», sagte sie. Sie hatte sich auch entschuldigt: «Das war absolut dumm von mir. Ich habe nicht darüber nachgedacht, was ich tat. Es tut mir unglaublich leid.»
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