Undurchsichtige Geschäfte vor Berner Obergericht
Vor den Berner Obergericht stehen sich zwei ehemalige Geschäftspartner weiterhin unversöhnlich gegenüber. Einer der beiden, ein ehemaliger SVP-Politiker, wurde in erster Instanz unter anderem wegen Betrugs verurteilt.
(Keystone-SDA) Die Verhandlung vor Obergericht sei wichtig für seine Zukunft, sagte der Angeklagte am Mittwoch. In erster Instanz war er zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Das Obergericht beurteilt dieses Verdikt nun. Am Freitag gibt es sein Urteil bekannt.
Der eine der ehemaligen Geschäftspartner, ein Architekt, sieht sich weiterhin betrogen. Sein ehemaliger Geschäftspartner soll mit Griffen in die Firmenkasse sein aufwändiges Leben finanziert haben, so der Vorwurf, den der Angeklagte auch vor Obergericht zurückwies.
Der Streit der Geschäftspartner entzündete sich unter anderem an einem Bauprojekt in Münchenbuchsee. Klar wurde am Mittwochvormittag nur, dass die beiden im Rahmen von Immobiliengeschäften über ein weitläufiges Firmenkonstrukt geschäftet hatten und es mit der Trennung von juristischen und privaten Personen wohl nicht immer so genau nahmen, wie die erste Gerichtsinstanz in ihrem Urteil vom Jahr 2024 bereits schrieb.
Es gab offenbar eine Vielzahl von verschiedenen Vereinbarungen und Forderungen, die mit anderen verrechnet wurden. Auch persönlich war man verflochten. Eine Drittperson habe die Buchhaltung gemacht, man habe darauf vertraut, dass alles richtig sei, so der vage Tenor der beiden am Mittwoch. Entscheidende Fragen blieben auch am Mittwoch offen.
Verteidiger fordern Freispruch
«Wenn zwei das gleiche tun ist es nicht dasselbe», nahm einer der Verteidiger am Mittwoch den anderen Geschäftspartner ins Visier. Der andere Geschäftspartner habe viel Geld aus dem Geschäft gezogen, aber nichts eingebracht. Er habe nach dem Motto gehandelt «Angriff ist die beste Verteidigung» und seinen Mandanten angezeigt.
Der Verteidiger forderte für den Angeklagten einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft wird am Nachmittag plädieren.