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WWF warnt an Tierschutzkonferenz vor Aussterben der Tiger bis 2022

(Keystone-SDA) Moskau – Mit einer Warnung vor dem Aussterben der letzten noch wildlebenden Tiger bis 2022 hat in St. Petersburg eine internationale Tierschutzkonferenz begonnen. Dort trafen sich auf Einladung des russischen Regierungschef Wladimir Putin ranghohe Politiker zu einem viertägigen Tiger-Gipfel.
Schon im nächsten chinesischen Jahr des Tigers (2022) könnten die letzten Exemplare gestorben sein, sagte der Generaldirektor der Umweltstiftung WWF, James Leape, am Sonntag in der russischen Stadt. Auch 2010 gilt als Jahr des Tigers.
In 13 Staaten leben noch insgesamt rund 3200 Tiger in freier Wildbahn. Vor hundert Jahren sollen es noch etwa 100’000 gewesen sein. Doch dem Menschen ist der mächtige Jäger nicht gewachsen.
Bei dem Treffen, an dem auch Umweltschützer teilnehmen, soll ein Rettungsprogramm für die bedrohte Grosskatze verabschiedet werden. Die Staaten müssten alles daran setzen, Wilderei und Schmuggel als Hauptprobleme auszumerzen, sagte Leape zum Auftakt der bis Mittwoch dauernden Konferenz. Zudem ist der Lebensraum der Tiere bedroht, weil der Mensch immer weiter in dieses vordringt.
Tiger sind ausserdem bei Jägern als Trophäen und zur Herstellung fragwürdiger medizinischer Präparate begehrt. «Es geht auch darum, die Menschen die mit den Tigern in den Regionen zusammenzuleben, für den Artenschutz zu gewinnen. Tiger sind unglaublich charismatisch und werbeträchtig», sagte Leape.
Der Gipfel ist nach WWF-Angaben das erste Treffen, auf dem Regierungschefs über das Schicksal einer einzigen Tierart beraten. Auch US-Aussenministerin Hillary Clinton und Chinas Regierungschef Wen Jiabao wollen an der Konferenz teilnehmen.
Am der Konferenz nehmen auch Vertreter jener Staaten teil, in denen es noch Tiger gibt. Es sind dies neben Russland und China auch Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Burma, Nepal, Thailand und Vietnam.
Der Konferenz liegt ein detailliertes Programm zum Schutz der grössten Raubkatzen der Erde zur Abstimmung vor. Es hat das Ziel, die Zahl der Tiger weltweit zu verdoppeln. Die Verabschiedung des mindestens 350 Millionen US-Dollar teuren Tiger-Rettungsprogramms steht für Dienstag auf der Tagesordnung.

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