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Aargauer Parteien streiten über Lohnabzüge für Lehrkräfte

Keystone-SDA

Die Aargauer Parteien haben unterschiedlich auf die geplanten höheren Lohnabzüge für Lehrkräfte ohne Vollqualifikation reagiert. Während SP und Mitte die Erhöhung befürworten, lehnen FDP, SVP, Grüne und GLP die Kürzungen ab und warnen vor negativen Folgen für die Volksschule.

(Keystone-SDA) Der Regierungsrat schlug einen höheren Lohnabzug für Lehrpersonen vor, die nicht über ein stufengerechtes Diplom verfügen. Die geltende Regelung bringt einen Lohnabzug von fünf Prozent während fünf Jahren. Danach entfällt der Abzug.

Künftig soll der Lohnabzug 15 Prozent betragen und zeitlich unbefristet gelten. Die bisher liberale Handhabung habe im Aargau wegen des Lehrermangels dazu geführt, dass im Schulwesen eine im interkantonalen Vergleich hohe Anzahl Lehrpersonen ohne das gemäss Schulstufe notwendige Lehrdiplom unterrichteten, hält der Regierungsrat fest.

Rund 2600 Lehrpersonen verfügen laut Kanton über kein Diplom, das von der Eidgenössischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) anerkennt ist. Dies entspricht rund 22 Prozent aller Lehrpersonen an der Volksschule. Letztlich wären von einem höheren Lohnabzug rund 840 Personen betroffen. So sollen etwa Lehrpersonen ab 55 Jahren verschont werden.

SP will höheren Lohnabzug

Die SP Aargau begrüsst die Verknüpfung von Lohn und Ausbildungsstand grundsätzlich. Sie fordert bei fehlender Qualifikation sogar einen Lohnabzug von mindestens 25 Prozent. Auch die Mitte-Partei unterstützt höhere Abzüge als Anreiz für eine anerkannte Ausbildung. Die EVP Aargau erachtet die Revision als überfällig.

Die weiteren Parteien beurteilen die Vorlage kritischer. Die Grünen befürchten eine Verschärfung des Lehrermangels. Dauerhafte Lohnabzüge würden keine Unterrichtsqualität schaffen. Die GLP mahnt zu Augenmass bei den Abzügen. Erfahrenen Lehrpersonen drohe ein erheblicher Lohneinbruch.

SVP warnt vor Akademisierung

Die FDP lehnt eine reine Fixierung auf EDK-Diplome ab und kritisiert die geschätzten Nachqualifizierungskosten von 22 Millionen Franken. Sie fordert eine Befreiung von der Nachqualifikationspflicht für Lehrpersonen mit mehr als zehn Jahren Unterrichtserfahrung.

Die SVP befürchtet eine Zunahme der Akademisierung und eine Benachteiligung von bewährten Lehrkräften. Sie lehnt unbefristete Lohnabzüge ab und schlägt stattdessen ein Bonus-Malus-System vor.

Der Grosse Rat wird im kommenden Jahr über die Revision des Lehrerlohn-Dekrets diskutieren. Das Parlament entscheidet endgültig über die Vorgaben im Dekret.

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