Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Mit der Neutralität verhält es sich ein wenig wie mit der Schönheit: Sie liegt im Auge des Betrachters. Oder anders gesagt: Wir können noch so lange diskutieren, ob Sanktionen mit der Neutralität vereinbar sind oder umgekehrt das Nichtsanktionieren ein Neutralitätsbruch wäre. Am Ende ist einzig entscheidend, ob andere Länder die Schweiz als neutral einstufen.
Herzliche Grüsse
Neutralität hin oder her: Russland hat die Schweiz auf die Liste «unfreundlicher Länder» gesetzt.
Die freiwillige Neutralitätspolitik dient dazu, dass andere Länder der Schweiz glauben, dass sie im Falle eines Krieges keine Partei ergreifen würde. Wie ich Ihnen gestern berichtete, haben die Sanktionen gegen Russland in der Schweiz eine Neutralitäts-Debatte entfacht.
Im Ausland und bei der SVP glaubt man nämlich, die Schweiz habe ihre Neutralität aufgegeben. «Die Schweiz ist keine Kriegspartei, weil sie bei den wirtschaftlichen Sanktionen der EU mitmacht», sagte Bundespräsident Ignazio Cassis gestern in einer parlamentarischen Fragestunde und versuchte damit, das Missverständnis zu klären.
Ob Russland diese Einschätzung teilt? Am Montag publizierte der Kreml eine Liste von Staaten, die «unfreundliche Aktionen» gegen Russland begangen hätten. Auch die Schweiz ist auf der Liste. Die Einstufung folgt auf einen Brief des russischen Aussenministers, der Anfang Februar von der Schweiz wissen wollte, auf welcher Seite sie stehe.
- Die Luzerner Zeitung (Paywall) und 20 MinutenExterner Link berichten.
- Unser Fokus: Wie neutral ist die Schweiz wirklich?
Einer der bekanntesten Auslandschweizer, Tim Guldimann, äussert sich zum Ukraine-Krieg und über die Folgen des Konfliktes für die Schweiz.
Tim Guldimann war der erste Auslandschweizer-Nationalrat. Der ehemalige Botschafter war 2014 auch OSZE-Sonderbeauftragter für die Ukraine. Damit ist er nun als Experte gefragt.
Im Interview mit Watson sagt er, die Schweiz müsse sich auf die Folgen dieses Krieges für die Energieversorgung vorbereiten. «Wenn die Energien in der EU knapp werden und Russland kein Gas mehr liefert, könnte die Schweiz ohne ein Stromabkommen mit der EU in die Röhre gucken.»
Die Schweiz müsse sich generell Gedanken darüber machen, wie sie sich auf einer radikal veränderten politischen Landkarte in Europa neu verorte. «Wir sollten nicht daraufsetzen, in einem Europa in vielleicht eskalierender Konfrontation mit Russland wieder ungeschoren davonzukommen.»
- Das ganze Interview lesen Sie bei WatsonExterner Link.
- Aus unserem Archiv: Tim Guldimann, der erste Auslandschweizer-Nationalrat, nimmt den Hut.
Trotz Verpflichtung der Schoggi-Industrie werden in Afrika weiter Wälder gerodet.
Neue Daten zeigen, dass in den westafrikanischen Ländern Ghana und Côte d’Ivoire immer noch Wälder für den Kakaoanbau abgeholzt werden.
Dies, obwohl sich die grössten Schokolade- und Kakaofirmen (darunter auch Schweizer Unternehmen) und die Regierungen Ghanas und der Elfenbeinküste dazu verpflichtet haben, die Abholzung zu beenden.
Mein Kollege Anand Chandrasekhar hat mit Schweizer Firmen darüber gesprochen, wie sie den Kakao bis zu den Farmen rückverfolgen und somit sicherstellen, dass kein Kakao aus geschützten Gebieten in der Lieferkette landet.
- Den ganzen Artikel lesen Sie auf swissinfo.ch.
- Aus unserem Archiv: Appetit der reichen Länder führt zu Abholzung.
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Heute ist der Internationale Frauentag, der seit 111 Jahren immer am 8. März die gesellschaftliche Stellung und Arbeitsbedingungen der Frauen thematisiert.
Dieses Jahr nutzen die Gewerkschaften den Weltfrauentag, um mit Standaktionen und Podiumsdiskussionen gegen die geplante Erhöhung des Frauen-Rentenalters auf 65 Jahre Stimmung zu machen.
Letztes Jahr am Weltfrauentag wurde die Initiative zur Individualbesteuerung lanciert. Das neue Berner Webmedium Hauptstadt (seit gestern online) berichtet nun, die Unterschriftensammlung laufe harziger als angenommen – weil ausgerechnet grüne Politiker:innen Vorbehalte hätten.
Ebenfalls debattiert wird am Weltfrauentag eine Militärdienstpflicht für Frauen, die der Bundesrat prüfen will. Für manche ein Affront: Erst müsse Gleichstellung herrschen.
- Die Meldung über die Gewerkschaften finden Sie bei NauExterner Link und als Agenturmeldung auf swissinfo.ch.
- Der Artikel der HauptstadtExterner Link über die Individualbesteuerung.
- Die Aargauer ZeitungExterner Link und SRFExterner Link über die Dienstpflicht für Frauen.
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