Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Unser Schwerpunkt liegt heute erneut auf der Ukraine-Konferenz in Lugano. Meine Kollegen Renat, Giannis, Bruno und Carlo berichteten für Sie aus der Südschweiz.
Herzliche Grüsse aus Bern
Kurz vor dem Mittag wurde die «Deklaration von Lugano» an der Ukraine-Konferenz offiziell verabschiedet.
Nach zwei Tagen ist sie zu Ende: die Ukraine Recovery Conference. In der abschliessenden Erklärung sichern die Konferenzteilnehmenden dem kriegsgebeutelten Land volle Unterstützung beim Wiederaufbau der Ukraine zu. Und sie bekräftigen, dass Integrität, Transparenz und Rechenschaftspflicht für den Erfolg des Wiederaufbaus unerlässlich seien, wie die Nachrichtenagentur Keystone SDA berichtet.
Beim Wiederaufbau der Ukraine müsse es auch um die Digitalisierung staatlicher Institutionen gehen. Das sagte der zuständige ukrainische Minister an der Konferenz in Lugano. «Seine Präsentation ginge locker als Ted Talk durch und zeigt auf, weshalb die Ukraine zumindest im Westen die Propagandaschlacht gewinnt», schreibt mein Kollege Giannis Mavris, der vor Ort war.
Demokratien in aller Welt stehen heute unter Druck von anderen Politsystemen wie Autokratien und Diktaturen. Zentral am Wiederaufbau der Ukraine seien deshalb die Stärkung und der Ausbau der Demokratie. Das sagten Vertretende der Parlamente und Zivilgesellschaften der Ukraine und der Schweiz in Lugano, wie mein Kollege Renat Kuenzi aus Lugano berichtet.
- Alle Details der «Lugano-Deklaration» finden Sie in dieser Mitteilung der BundesbehördenExterner Link.
- Der Demokratie-Artikel von Renat.
- Giannis‘ Artikel zur Digitalisierungs-Initiative der Ukraine.
- Auf unserer Webseite finden Sie den Liveticker der Konferenz.
- Meinen Kollegen vor Ort, Bruno KaufmannExterner Link, Renat KuenziExterner Link, Giannis MavrisExterner Link und Carlo PisaniExterner Link können Sie auf Twitter (verlinkt) folgen.
- Ein «Lugano»-Plan für den Wiederaufbau der Ukraine – was kann das der kriegsversehrten Ukraine bringen? Mein Kollege Balz Rigendinger hat eine Übersicht zusammengestellt.
Mehr
In Russland werden Medien systematisch zum Schweigen gebracht.
Weil sie in ihrem Wohnland in ihrer Rede- und Informationsfreiheit eingeschränkt wurde, verliess die heute 60-jährige russisch-ukrainische Journalistin Galina Timchenko Russland bereits vor einigen Jahren. Davor hatte sie eines der auflagenstärksten russischen Nachrichtenmedien geleitet, Lenta.ru.
In Lettland gründete sie dann das Medienunternehmen Meduza.io. Das EU-Land ermöglichte ihr jene Pressefreiheit, die in Russland nicht mehr möglich war. Für unsere Serie «Meinungsfreiheit» sprachen meine Kollegen Michele Novaga, Bruno Kaufmann und Carlo Pisani mit der Chefredaktorin.
Ihr Medium ist nicht nur in Russland, sondern auch international sehr beliebt. Doch seit der Invasion in der Ukraine habe Russland «etwa hundert neue Gesetze verabschiedet, welche die Pressefreiheit einschränken«, sagt Timchenko.
- Das ganze Video-Interview finden Sie bei swissinfo.ch.
- Weitere Stimmen aus unserer Serie «Meinungsfreiheit» finden Sie hier.
- Die Redefreiheit ist vielerorts unter Druck geraten. Genau vor einem Jahr haben wir unsere Serie «Meinungsfreiheit» lanciert. Hier der erste Artikel der Serie, eine Einführung ins Thema.
Mehr
Nicht selbst zensieren sollten wir uns in der Schweiz beim Thema «Mafia».
«Die zweite Sprache der ’Ndrangheta ist Schweizerdeutsch.» Das sagt Nicoletta della Valle, Direktorin des Bundesamts für Polizei (Fedpol) heute gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung. Sie kritisiert, manche Kantone seien im Kampf gegen die italienische Mafia zu passiv.
Die höchste Polizistin der Schweiz befürchtet, dass die Mafia noch stärker in andere Länder und damit auch in die Schweiz ausweicht. Denn der Druck durch die Strafverfolgungsbehörden sei in Italien «seit Jahren sehr gross».
Das Problem sei, dass die Tätigkeiten der Mafia – Geldwäscherei, Waffen-, Menschen- und Drogenhandel – nicht als bedrohlich wahrgenommen würden und zu wenig hingeschaut werde. «Darum ist kaum jemand besorgt», sagt della Valle. «Und die Mafia infiltriert ganz gezielt die legale Wirtschaft.»
- Das Interview mit Nicoletta della Valle in der NZZExterner Link (Paywall).
- Federico Franchini von Gotham City hat kürzlich für uns ebenfalls über das Thema «Mafia in der Schweiz» geschrieben. Schweizer Bauunternehmen fürchten sich vor der wirtschaftlichen Konkurrenz, die von der Mafia unterwandert wird und ihre Offerten spielend unterbieten kann.
- Aus unserem Archiv: Diesen Frühling öffnete die Bundespolizei offiziell den Schleier über alte Fälle, die mit dem italienischen organisierten Verbrechen in Verbindung stehen.
Wärme-Kühl-Geräte sind in der Schweiz der Renner.
Sie können mehr, als nur heizen. Ein knappes Drittel der Wärmepumpen stehen auch im Hitzesommer zu Diensten und können das Haus herunterkühlen. «Die Kühlfunktion ist viel energieeffizienter als Ventilatoren oder Kühlanlagen, so das Versprechen der Anbieter», schreibt der Tages-Anzeiger heute.
Durch Russlands Angriffskrieg in der Ukraine und der Aussicht auf Gasmangel würden nun viele Hauseigentümerinnen und -eigentümer die Umstellung von Öl- und Gasheizungen an die Hand nehmen, zitiert das Blatt einen Experten.
Allerdings brauche es dabei ein gewisses Mass an Geduld. Denn die nur harzig wieder anlaufenden Lieferketten und die grosse Nachfrage würden dafür sorgen, dass jetzt bestellte Wärmepumpen erst im nächsten Jahr geliefert werden könnten. Die Hitze wird sich also noch einen Sommer lang im Haus stauen.
- Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Mein Kollege Luigi Jorio berichtete einen Monat nach Beginn des Ukrainekriegs über den Themenkomplex «Wärmepumpen, Krieg und Klimaschutz».
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards