Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
"Stell Dir vor, es ist Fussball-WM, und keiner geht hin." So abgewandelt könnte man texten, wenn es um den Start der umstrittenen Turniers am Sonntag in Katar geht. Denn einige Schweizer Städte haben Public Viewings sogar offiziell verboten.
Herzliche Grüsse aus Bern
Grosse Schweizer Städte boykottieren die Fussball-WM.
Sitzen Sie am Sonntag vor dem TV, wenn in Katar der erste Match der Fussball-WM 2022 angepfiffen wird? Ignorieren Sie den Riesenevent? Oder gehen Sie zu einem Public Viewing an Ihrem Wohnort?
In zahlreichen Schweizer Städten wird dies nicht möglich sein, weil es entweder offiziell verboten wurde oder der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Sportveranstaltung zu gross war. So geschehen in Genf, wo zuerst eine Fanzone mit Grossbildleinwand geplant war, nun aber keine öffentliche Übertragung der Spiele stattfindet.
In der Stadt Zürich wurde das einzige Gesuch für ein Public Viewing nicht bewilligt, Vevey hat sogar jegliche Fanzonen verboten, wie SRF News in einer Übersicht berichtet. Der Gründe dafür gibt es viele: «Missachtung von Menschenrechten, Ausbeutung der Hilfsarbeiter beim Bau von Sportstadien, ein riesiger ökologischer Fussabdruck sowie Korruption und Spionage bei der WM-Vergabe», so der Bericht.
- Die Übersicht von SRF NewsExterner Link.
- «Projekt Gnadenlos»: Umfassende Recherche von SRF Investigativ zur Spionage-AffäreExterner Link um Katar und die Fifa.
- Katar versuchte auch über die Gründung von Sportorganisationen in Genf Einfluss zu nehmen, wie unsere Recherche über «Sportswashing» zeigte.
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Sie dürfen nicht abstimmen oder wählen. Behinderte wehren sich jetzt dagegen.
Politische Rechte sind keine Selbstverständlichkeit. Zwar hat die Schweiz die UNO-Behindertenrechtskonvention 2014 ratifiziert. Doch noch immer sind rund 15’000 Schweizerinnen und Schweizer ohne politische Rechte.
«Ausgerechnet bei der Demokratie hinkt die Schweiz hinterher», schreibt mein Kollege Benjamin von Wyl, der für seine Reportage das Projekt Bla-Bla Vote in Lausanne besuchte. Damit rangiert unser Land hinter zahlreichen Demokratien, die politische Rechte für Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen längst eingeführt haben.
Nun scheint aber etwas Bewegung in die Thematik zu kommen, wie Benjamin schreibt: «Im Frühjahr soll die Unterschriftensammlung für eine Volksinitiative starten. Auch der Bundesrat, das Parlament und einige Kantone sind in Bewegung. So ist die Regierung momentan mit dem Ausarbeiten eines Berichts beschäftigt, den das Parlament gefordert hat. Dieser soll den Weg hin zu politischer Teilhabe aufzeigen.»
- Die Reportage von Benjamin aus Lausanne.
- Interessiert an mehr? Unsere gesamte Serie «Inklusion» finden Sie hier.
- Genf war 2020 der erste Kanton, der Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung an Abstimmungen und Wahlen teilnehmen liess.
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Erleben wir dieses Jahr einen goldenen Lohnherbst?
Schon lange nicht mehr seien die Umstände so günstig gewesen für erfolgreiche Lohnverhandlungen. Das sagt Daniel Oesch, Professor für Soziologie an der Universität Lausanne, im Interview. Der Fachkräftemangel könnte den Arbeitnehmenden in die Hände spielen, meint Oesch.
«Unter dem Strich haben Schweizer Arbeitnehmer:innen in diesem Jahr durchschnittlich 2,2% ihres Einkommens verloren«, schreibt mein Kollege Samuel Jaberg. Die leichte Lohnerhöhung von diesem Jahr sei durch die Teuerung von 3% zunichte gemacht worden.
Doch gemach: Historisch gesehen seien die Löhne in der Schweiz schneller als die Teuerung gewachsen, gibt der Professor zu bedenken. In den letzten 20 Jahren seien die Löhne durchschnittlich um 1,2% pro Jahr gestiegen, während die Inflation bei 0,5% lag. Einzig 2022 sei ein spezielles Jahr gewesen.
- Das Interview mit Soziologieprofessor Daniel Oesch bei swissinfo.ch.
- Unser Fokus zum Thema Arbeitsplatz Schweiz.
- Am fiebrigsten gesucht werden in der Schweiz unter anderem Servicepersonal, Pflegefachleute sowie IT-Fachkräfte, schrieb Kollegin Marija Miladinovic im Juli.
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Noch nie so viele Kinder mit RSV-Infektionen im Spital.
Wieder müssen in Schweizer Spitälern geplante Eingriffe verschoben werden. Nicht wegen Corona. Nicht wegen der Grippe. Wegen RSV-Infektionen sind die Kinderkliniken in der Schweiz derzeit voll. Das schreiben die Publikationen der Tamedia-Gruppe heute.
RSV, so wird das Respiratorische Synzytial-Virus genannt, ist der häufigste Grund, warum Kinder wegen einer Infektion der unteren Atemwege ins Spital müssen.
«Der RSV-Peak ist noch nicht erreicht«, sagt ein Chefarzt des Berner Inselspitals. Ob in Zürich, Basel, Bern oder auch Lausanne – überall steigen die Fallzahlen an, heisst es im Bericht.
- Überfüllte Kinderspitäler – Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Auch 20 Minuten griff heute das Thema aufExterner Link, ohne Paywall.
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