Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Seine ersten Tage in Brasilien verbrachte ein junger Auslandschweizer… im Gefängnis. Wie es dazu kam, lesen Sie heute in Ihrem Briefing aus Bern.
Herzliche Grüsse
Die Schweiz verlassen – das gelingt nicht allen gleich gut.
Der Neuanfang in Südamerika ging erst mal tüchtig in die Hose. Seine ersten Tage in Brasilien verbrachte der junge Auslandschweizer Walter Wüthrich im Gefängnis. Was war geschehen? Überwältigt von Gefühlen hatte er den brasilianischen Boden geküsst. Dabei war ihm seine Pistole auf den Boden gefallen.
Seine Pistole? Wüthrich wanderte 1939 aus der Schweiz aus, und damals schien das Mitnehmen einer Waffe noch knapp salonfähig gewesen zu sein. Wüthrich war erst 21 Jahre alt, als er Rio de Janeiro erreichte. Zwar war der Start im neuen Land alles andere als einfach. Doch mit der Zeit gelang dem jungen Schweizer eine eindrückliche Karriere.
«Dank seiner Handelsaktivitäten zwischen der Schweiz und Brasilien wurde er sehr reich», schreibt unsere freie Mitarbeiterin Marina Wentzel. Nun hat die Stiftung Brasilea – von Wüthrich gegründet und eine Verschmelzung von Brasil und Basilea – eine Ausstellung über sein Leben ausgerichtet. Drei weitere sollen in den Jahren 2023, 2024 und 2025 folgen.
- Mehr Details über Walter Wüthrichs spannende Auswanderungsgeschichte finden Sie in unserem Artikel.
- Informationen zur Ausstellung in der Stiftung BrasileaExterner Link.
- Unser Fokus über die Fünfte Schweiz.
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Wie bringt man zwei verfeindete Parteien an einen Tisch? Ein Blick hinter die Kulissen der Friedensvermittlung.
«Im Grunde genommen geht es darum, dass eine dritte Partei eingreift, um eine Art von Konfliktlösung herbeizuführen oder die Folgen eines Konflikts für die Bevölkerung abzumildern.» Das sagt der leitende Berater des Genfer Zentrums für humanitären Dialog, ein Mann mit langjähriger Erfahrung, im Artikel meiner Kollegin Julia Crawford.
Ein anderer Experte meint sogar, Friedensmediation sei eine Schweizer Spezialität. So verhandelten etwa ein Schweizer und ein südafrikanischer Vermittler in Burundi, bevor der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela die Kriegsparteien 2002 zu einem Friedensabkommen brachte (Bild).
Ein weiterer Fachmann spricht sogar von einem ganzen «Ökosystem» von Stiftungen und Organisationen in der Schweiz, die sich um Friedensvermittlung und -förderung in Konfliktregionen bemühen. Und obwohl ein Ende des Kriegs in der Ukraine noch in weiter Ferne scheint, würden auch in diesem unlösbar scheinenden Konflikt hinter den Kulissen bereits Bemühungen laufen, dem Frieden den Boden zu bereiten.
- Mehr über die Hintergründe der Friedensvermittlung lesen Sie im Artikel von Julia.
- Unsere Analyse: «Die Schweiz als Vermittlerin – eine durchzogene Bilanz».
- Unser Interview vom Frühling 2022: Wie und warum die Schweiz zum Profi der Konfliktbewältigung wurde, erzählt Markus Heiniger, der hautnah dabei war.
Grosses Rätselraten darüber, warum immer mehr Mädchen im Jugendalter sich verletzen oder Suizid begehen.
2021 Jahr wurden in der Schweiz 458 Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren ins Spital eingeliefert. Sie hatten sich selbst verletzt oder einen Suizidversuch unternommen. Wie der Tages-Anzeiger schreibt, ist daran überraschend, dass Elfmal weniger Jungs deswegen hospitalisiert wurden.
Auch bei anderen psychischen Störungen sei der Anstieg bei jungen Frauen deutlich höher als bei jungen Männern. Über die möglichen Gründe für diese grossen Unterschiede sind sich Fachleute uneinig. Es gebe nur Vermutungen, warum junge Männer offenbar besser mit widrigen Umständen zurechtkommen.
Eine Theorie lässt aufhorchen: Was jungen Männern anscheinend helfen könnte, sich auf eine gesündere Weise von äusseren Widrigkeiten abzulenken als junge Frauen, seien Games. «Ausgerechnet Computerspiele, die immer wieder verteufelt werden, etwa, weil sie angeblich aggressives Verhalten fördern, könnten also positiv für die psychische Gesundheit sein», kommentiert der Tagi.
- Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Aus unserem Archiv: «Der Staat kann niemanden zwingen, gegen seinen Willen zu leben».
- Reden kann Leben retten. Bei Problemen hilft ein Gespräch oft weiter. «Die dargebotene Hand» bietet anonyme Beratung anExterner Link via Telefon, Mail oder Chat.
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Was macht ein Bundesrat nach dem Rücktritt? Finanzminister Ueli Maurers Blick in die Zukunft.
Im Frühling will sich der scheidende Bundesrat erst mal aufs Velo schwingen. Schliesslich war Maurer im Militär einmal Kommandant eines Radfahrer-Bataillons. Es soll eine Tour durch ganz Italien werden, sagte er gegenüber SRF News. Nach einer Kanadareise im Sommer will er im nächsten Winter dann nach Norwegen fahren – zum Lesen und Langlaufen.
Der Frage, was er rückblickend hätte besser machen können, wich Maurer zuerst aus und sprach generell übers Sparen. Nachdem die Moderatorin nachhakte, erhielt sie eine ultrakurze Antwort: «Nichts.» Es sei «nicht so schlecht» gelaufen während seiner Zeit im Bundesrat. «Wir haben Schulden abgebaut, das ist gut.»
- Das ganze Interview mit Finanzminister Ueli MaurerExterner Link finden Sie bei SRF News.
- Nachfolger von Ueli Maurer im Bundesrat (Landesregierung) wird Albert Rösti, der vor einer Woche vom Parlament in das Amt gewählt wurde. Das Finanzdepartement von Maurer wird Karin Keller-Sutter übernehmen.
- Finanzdepartement: Kurzporträt von Ueli MaurerExterner Link.
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