Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Besonders kalt ist dieser Winter in der Schweiz nicht. In den Spitälern macht er sich trotzdem bemerkbar: Aufgrund der "Dreifachepidemie" sind die Notfallstationen vielerorts am Anschlag.
Freundliche Grüsse aus Bern
Die Notfallstationen in der Schweiz schlagen Alarm.
Corona, Grippe und das RS-Virus finden trotz relativ milden Wintertemperaturen fruchtbaren Boden: Die kombinierte Zahl der Betroffenen ist so hoch, dass Fachleute von einer «Dreifachepidemie» sprechen.
Die Spitäler bringt das in die Bredouille. Eine Rekordzahl an Eingewiesenen, knappe Bettenkapazitäten und Fachkräftemangel sind eine explosive Mischung. Fachverbände warnen vor einem Kollaps bei den Notfallstationen.
Neben mehr Ressourcen werden auch Alternativen zur stationären Versorgung gesucht – etwa durch mehr häusliche Versorgung und Pflege oder durch eine bessere Nutzung der Notfallressourcen, indem die Hausärzt:innen und die hausärztlichen Notfalldienste gestärkt werden. Für die Notfallmediziner:innen ist klar, dass die Politik nun gefordert ist, schnell Lösungen zu finden.
- Hier finden SieExterner Link den Beitrag der Aargauer Zeitung. (Paywall)
- Auch der Blick berichtetExterner Link.
- Unseren Corona-Überblick finden Sie hier.
Immer wieder landen Schweizer Produkte in Kriegsgebieten – die Gründe sind vielfältig.
Kürzlich wurde publik, dass Bauteile einer Zürcher Firma in iranischen Kamikaze-Drohnen gefunden wurden, die in der Ukraine eingesetzt werden. Wie SRF aufzeigt, haben die Teile eigentlich einen ganz anderen Verwendungszweck und sind ohne das Wissen der Firma eingesetzt worden.
Aktiver ging ein Tessiner Unternehmen vor, dass militärisch nutzbare Unterwasserroboter herstellt und aktiv nach Russland expandierte. Die Wochenzeitung schreibt, ohne enge Abstimmung mit den russischen Behörden hätte dieser Schritt nicht stattfinden können.
Der Punkt ist ein anderer: Das Unternehmen sah 2021 kein Problem darin, die russische Marine mit ihren ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen zu beliefern, die auch zu Sabotagezwecken genutzt werden können.
- Hier geht esExterner Link zum Beitrag von SRF News.
- Der Artikel der Wochenzeitung finden Sie hierExterner Link.
Wie viel Erbe ist gerecht?
Letztes Jahr wurden in der Schweiz mehr als 90 Milliarden Franken vererbt. Ein Drittel der Menschen erbt aber gar nichts. Und einem Prozent der Bevölkerung kommt ein Fünftel der Erbmasse zu.
Die Österreicherin Marie Engelhorn stammt aus einer sehr reichen Familie und erbt einen zweistelligen Millionenbetrag. Sie findet das ungerecht – denn sie habe dafür nichts getan. Im SRF Club diskutiert sie mit weiteren Gästen, ob eine Erbschaftssteuer das Erben gesellschaftlich gerechter machen würde.
Die Kritik: Mit Geld könne man Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Medien nehmen, denn die Reichen bestimmten, was und wen sie unterstützen oder fördern. In Österreich existiert keine Erbschaftssteuer. In der Schweiz kennen nur wenige Kantone eine solche.
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von SRF News.
- Die Initiative taxmenowExterner Link von Marie Engelhorn setzt sich für einen Besteuerung von Erbschaften ein. Sie ist in der Schweiz, in Deutschland und Österreich aktiv.
Restitutionsdebatte: Die Wege der Kunst sind unergründlich.
Das Museum Rietberg in Zürich ist auf nicht-westliche Kunst spezialisiert. Es stellt sich seiner Geschichte und macht eine Ausstellung über seine Sammlung – dabei fallen unbequeme Fragen an, denn die Debatte um Restitution von Kunstwerken wird immer wichtiger.
Woher stammen die ausgestellten Objekte? Wer hat mit ihnen gehandelt? Und was passierte, als ihre Besitzer:innen wechselten? Die Kuratorin Esther Tisa beantwortet unsere Fragen.
Und ihre Antworten sind sehr interessant. Sie beschreibt, wie komplex das Thema ist – ohne die problematischen Aspekte schönzureden. Und dass es heute durchaus Lösungen gibt, um einen adäquaten Umgang mit belastetem Erbe zu finden.
- Lesen Sie hier das Interview meines Kollegen David Eugster.
- Die namibische Künstlerin Vitjitua Ndjiharine sprach mit uns über «Rück-Aneignungen» afrikanischer Kunst.
- Das Gurlitt-Museum in Bern versucht, mit seinem unbequemen Erbe einen transparenten Umgang zu finden, wie ich hier schrieb.
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