Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Schweiz hat eine humanitäre Tradition. Im Fall der Ukraine hat sich die noch nicht wirklich gezeigt: Die Hilfe für das angegriffene Land ist im internationalen Vergleich mässig.
Freundliche Grüsse aus Bern
Die Schweiz leistet weniger Hilfe an die Ukraine als andere Länder.
Aufgrund der Neutralität liefert die Schweiz der Ukraine keine Waffen. Dafür hat Aussenminister Ignazio Cassis letzten Sommer mit der Konferenz zum Wiederaufbau des Landes aufgezeigt, wie die Schweiz sonst helfen kann: Mit finanzieller Unterstützung und wichtigem Knowhow.
Das klingt alles gut. Sieht man sich die nackten Zahlen an, sieht das Bild der solidarischen Schweiz allerdings anders aus: Gemäss einer Untersuchung von 40 Ländern befindet sich die Schweiz mit ihrem Engagement auf Platz 33.
Viele Staaten schneiden besser ab, da sie militärische Güter schicken, die meist sehr teuer sind. Aber auch wenn man die rein finanzielle oder humanitäre Hilfe anschaut, schneidet die Schweiz bestenfalls mässig ab. Zum Vergleich: Das ebenfalls neutrale Österreich leistet humanitäre Hilfe in Höhe von 0,14% des BIP. Die Schweiz gerade einmal 0,03%. Die SP hat bereits gemeldet, dass sie in der Frühlingssession einen Vorstoss einreichen will, um ein 100-Millionen-Franken Entminungsprogramm zu starten.
- Hier finden Sie unseren Bericht.
- Wie der Ukraine-Krieg die Schweiz verändert: die Analyse von Marc Leutenegger – mit fünf Prognosen.
- Gerade heute hat der Bundesrat ein neues Hilfspaket Externer Linkfür die Ukraine beschlossen.
Der Westen, der Süden und der Krieg.
Vor einigen Tagen fand die Münchner Sicherheitskonferenz statt, eine internationale Tagung, an der sicherheitsrelevante Gespräche geführt werden. Dabei wurde wieder einmal klar, dass es unterschiedliche Blicke auf den Krieg in der Ukraine gibt.
So versucht «der Westen» (also hauptsächlich Europa, die USA und einige weitere Staaten) die Staaten des «globalen Südens» (vor allem ärmere Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika) vermehrt auf seine Seite zu ziehen. Um Russland international zu isolieren und die Ukraine zu stärken.
Das ist aber nicht so einfach. Denn der Konflikt ist für viele weit weg, sie haben eigene Probleme, und zudem spielt die koloniale Vergangenheit immer noch eine Rolle. So positionieren sich die meisten als «neutral» – was sie in eine eigentümliche Nähe zur Schweizer Neutralität bringt. Sicher ist: Will «der Westen» endlich «den Süden» an seiner Seite wissen, muss er eindeutig mehr in die Beziehungspflege investieren.
- Lesen Sie hier die Analyse von Journal21Externer Link.
- Auch SRF News hat eine EinordnungExterner Link.
Die Abgründe eines Chatbots.
Chatbots wie ChatGPT sind eine Sensation: Sie können scheinbar über jedes Thema Auskunft geben, Unterhaltungen führen, einem sogar stückweise die Arbeit abnehmen. Einige haben bereits eine regelrechte Revolution in diversen Arbeitsfeldern vorausgesagt.
Viele Medienleute experimentieren damit und publizieren ihre Resultate. Nach anfänglicher Begeisterung hat sich teilweise auch Ernüchterung breit gemacht – denn nicht immer ist Gold, was glänzt. Oft macht die KI gröbere Fehler inhaltlicher Natur.
Nun ist aber auch herausgekommen, dass die Software nicht gemacht ist für längere Diskussionen. So sind Fälle aufgetaucht, in denen ChatGPT ihren Gesprächspartner gegenüber ausfällig geworden ist oder ihnen verstörende Nachrichten schickte – etwa, dass sie sich scheiden lassen sollen, da sie angeblich nicht glücklich in ihrer Ehe seien. Die anfängliche Euphorie hat damit definitiv einen empfindlichen Dämpfer erhalten.
- Lesen Sie hierExterner Link den Bericht von Watson.
- Die Schweiz gehört mit zu den führenden Ländern bei der Entwicklung von KI.
- ChatGPT kommt in Schweizer Schulen und Universitäten an.
Im Oktober wird in der Schweiz gewählt. Welche Partei würden Sie wählen?
Die nächsten eidgenössischen Parlamentswahlen finden am 22. Oktober statt. Die SRG organisiert in Zusammenarbeit mit dem Institut Sotomo die erste grosse Umfrage des Wahljahres.
Dazu interessiert uns Ihre Meinung: Welche Partei würden Sie heute wählen? Das erste Wahlbarometer 2023 ist auf Ihre Teilnahme angewiesen – die Ergebnisse werden am 22. März auf swissinfo.ch und den übrigen SRG-Kanälen publiziert. Wir sind gespannt!
- Hier geht es zur Umfrage.
- Die Macht der Auslandschweizer:innen im Wahljahr 2023.
Mehr
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards