Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Zugegeben, wir waren wohl fast alle stolz darauf, dass unser Land es mit allen kann und in der Vergangenheit oft in Konflikten vermitteln konnte. Nun driftet die Schweiz in der internationalen Diplomatie immer mehr ins Abseits. Jüngstes Beispiel: China handelte die Annäherung zwischen Iran und Saudi-Arabien im Alleingang aus.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Schweiz verliert zwei ihrer Schutzmachtmandate.
«Genau so etwas wäre doch unsere Aufgabe», sagt ein frustrierter Schweizer Aussenpolitiker. Was ist geschehen? China vermittelte erfolgreich zwischen Iran und Saudi-Arabien – und nicht die Schweiz, die von den beiden zerstrittenen Staaten so genannte Schutzmachtmandate innehatte.
Diese Mandate waren seit 2018 in Kraft und sorgten dafür, dass die konsularischen Dienste der beiden im jeweils anderen Land aufrechterhalten werden konnten. So, wie das die Schweiz etwa zwischen Iran und den USA seit Jahrzehnten macht.
Die Schweiz bietet sich auf internationalem Parkett gerne als Maklerin des Friedens an, wie meine Kollegen Giannis Mavris und Balz Rigendinger schreiben. Doch die so genannten Guten Dienste der Schweiz sind in der angespannten Weltlage immer weniger gefragt, wie die beiden in ihrem Artikel anhand einer Liste aufzeigen.
- Der Artikel von Giannis und Balz.
- Die Schweiz könnte in nächster Zeit auch die Schutzmachtmandate Russlands und Georgiens verlieren, wie dieser aktuelle Artikel von Elena Servettaz und Balz Rigendinger zeigt.
- Wegen der gewaltsamen Niederschlagung der Aufstände geriet die Rolle der Schweiz in Iran kürzlich wieder vermehrt ins Scheinwerferlicht.
- Unser Fokus zum Thema «Gute Dienste der Schweiz».
Alain Berset sagt jetzt, «Kriegsrausch» sei nicht die richtige Wortwahl gewesen.
Der Schweizer Bundespräsident Alain Berset hatte in einem Interview im Zusammenhang mit der von Russland angegriffenen Ukraine von einem «Kriegsrausch in gewissen Kreisen» gesprochen. Wir haben gestern bereits im Briefing darüber berichtet.
Die Äusserung Bersets führte laut der Tageszeitung Der Bund von heute zu kritischen Reaktionen und Verärgerung «bis weit nach Europa hinaus». Und auch seine eigene Partei rügte den Magistraten. Nun räumte der Bundesrat der Sozialdemokratischen Partei in einem Vortrag an der Universität St. Gallen ein, dass er sich in der Wortwahl vergriffen habe.
Interessant übrigens an der ganzen Geschichte: Die Debatte ist lediglich in der Deutschschweiz ein Thema. Laut dem Bericht von Der Bund zeigt man in der Romandie «viel Verständnis» für Berset.
- Bericht von SRF NewsExterner Link.
- Artikel in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Auch Watson.ch berichtet über Bersets ReaktionExterner Link auf das umstrittene Interview.
Mehr
Auswandern einmal anders – ein Schweizer Paar ist «on the road».
Sie haben ihr Haus für ein Wohnmobil eingetauscht und sind zusammen mit ihrem Hund ab in die Ferne. Seit der Frühpensionierung vor zweieinhalb Jahren sind Sylvia Fäh und Michel Godart unterwegs, wie der Beobachter berichtet.
Dank einer Erbschaft konnten es sich die beiden leisten, sich vorzeitig pensionieren zu lassen. Einige ihrer Bekannten hatten sich jahrelang auf das Leben nach der Pensionierung gefreut und waren dann schwer erkrankt, bevor sie ihre Träume leben konnten. «Das sollte ihnen nicht passieren», heisst es im Artikel.
Die zwei rechnen mit Ausgaben von 3500 bis 4000 Franken pro Monat, um gut durchzukommen. Gegenüber ihren Kindern haben sie kein schlechtes Gewissen: «Sie sehen das realistisch: Aufs Erben hat man keinen Anspruch», sagt Godart.
- Der Artikel im BeobachterExterner Link.
- Wie ist das Leben als Rentnerin oder Rentner im Ausland? Claude Chatelain hat dies kürzlich in einem Artikel zusammengefasst.
- In unserem Fokus finden Sie alles Wissenswerte über die Fünfte Schweiz.
Zwischen zwei Schienen hat es nur Platz für Schwellen, Schotter und Unkraut. Falsch!
Die Idee ist bestechend: Ein Schweizer Startup will Solarpaneele zwischen Eisenbahnschienen installieren. Der Platz dort sei ausreichend gross, um Solarpaneele in Standardgrösse zu installieren, ohne den Zugverkehr zu behindern, heisst es. Das System könnte sogar weltweit eingesetzt werden.
Auch für die Installation haben die findigen Köpfe eine clevere Lösung vorgeschlagen: Ein von einer Schweizer Gleiswartungsfirma entwickelter Zug soll die Paneele mechanisch während der Fahrt verlegen. «Wie einen ausgerollten Teppich», schreibt mein Kollege Luigi Jorio in seinem Artikel.
Gegenwärtig ist in der Westschweiz ein Pilotprojekt geplant. Allerdings stehen der grandiosen Idee noch einige Hürden gegenüber. «Die grösste Herausforderung ist nicht die Technik. Was wir brauchen, ist ein Mentalitätswandel im Bahnsektor. Einem Bereich, der normalerweise nicht sehr offen für Innovationen ist», sagt einer der Gründer des Startups.
- Wie die Idee genau funktionieren soll und vor welchen Herausforderungen sie steht, erfahren Sie hier.
- Die Politik in der Schweiz hat letztes Jahr auch die Berggebiete für den Solarausbau ins Visier genommen. Das gefällt nicht allen, wie der Bericht meines Kollegen Simon Bradley zeigt.
- Eine Visualisierung des ProjektsExterner Link sehen Sie in diesem TV-Beitrag der Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens SRF.
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