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Philip Schaufelberger

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Zugegeben, wir waren wohl fast alle stolz darauf, dass unser Land es mit allen kann und in der Vergangenheit oft in Konflikten vermitteln konnte. Nun driftet die Schweiz in der internationalen Diplomatie immer mehr ins Abseits. Jüngstes Beispiel: China handelte die Annäherung zwischen Iran und Saudi-Arabien im Alleingang aus.

Herzliche Grüsse aus Bern

Philip Schaufelberger
Philip Schaufelberger

Die Schweiz verliert zwei ihrer Schutzmachtmandate.

«Genau so etwas wäre doch unsere Aufgabe», sagt ein frustrierter Schweizer Aussenpolitiker. Was ist geschehen? China vermittelte erfolgreich zwischen Iran und Saudi-Arabien – und nicht die Schweiz, die von den beiden zerstrittenen Staaten so genannte Schutzmachtmandate innehatte.

Diese Mandate waren seit 2018 in Kraft und sorgten dafür, dass die konsularischen Dienste der beiden im jeweils anderen Land aufrechterhalten werden konnten. So, wie das die Schweiz etwa zwischen Iran und den USA seit Jahrzehnten macht.

Die Schweiz bietet sich auf internationalem Parkett gerne als Maklerin des Friedens an, wie meine Kollegen Giannis Mavris und Balz Rigendinger schreiben. Doch die so genannten Guten Dienste der Schweiz sind in der angespannten Weltlage immer weniger gefragt, wie die beiden in ihrem Artikel anhand einer Liste aufzeigen.

Drei Zeitungen
swissinfo.ch

Alain Berset sagt jetzt, «Kriegsrausch» sei nicht die richtige Wortwahl gewesen.

Der Schweizer Bundespräsident Alain Berset hatte in einem Interview im Zusammenhang mit der von Russland angegriffenen Ukraine von einem «Kriegsrausch in gewissen Kreisen» gesprochen. Wir haben gestern bereits im Briefing darüber berichtet.

Die Äusserung Bersets führte laut der Tageszeitung Der Bund von heute zu kritischen Reaktionen und Verärgerung «bis weit nach Europa hinaus». Und auch seine eigene Partei rügte den Magistraten. Nun räumte der Bundesrat der Sozialdemokratischen Partei in einem Vortrag an der Universität St. Gallen ein, dass er sich in der Wortwahl vergriffen habe.

Interessant übrigens an der ganzen Geschichte: Die Debatte ist lediglich in der Deutschschweiz ein Thema. Laut dem Bericht von Der Bund zeigt man in der Romandie «viel Verständnis» für Berset.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Balz Rigendinger

Kann die Schweiz neutral bleiben, oder ist dies ignorant?

Verraten Sie uns Ihre Meinung zur Schweizer Neutralität – und nehmen Sie teil an unserer nächsten Talkshow zum Thema.

41 Kommentare
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Ein Rentnerpaar trinkt Wein
Privat / Beobachter

Auswandern einmal anders – ein Schweizer Paar ist «on the road».

Sie haben ihr Haus für ein Wohnmobil eingetauscht und sind zusammen mit ihrem Hund ab in die Ferne. Seit der Frühpensionierung vor zweieinhalb Jahren sind Sylvia Fäh und Michel Godart unterwegs, wie der Beobachter berichtet.

Dank einer Erbschaft konnten es sich die beiden leisten, sich vorzeitig pensionieren zu lassen. Einige ihrer Bekannten hatten sich jahrelang auf das Leben nach der Pensionierung gefreut und waren dann schwer erkrankt, bevor sie ihre Träume leben konnten. «Das sollte ihnen nicht passieren», heisst es im Artikel.

Die zwei rechnen mit Ausgaben von 3500 bis 4000 Franken pro Monat, um gut durchzukommen. Gegenüber ihren Kindern haben sie kein schlechtes Gewissen: «Sie sehen das realistisch: Aufs Erben hat man keinen Anspruch», sagt Godart.

Sonnenkollektoren zwischen Eisenbahnschienen
Sun-Ways

Zwischen zwei Schienen hat es nur Platz für Schwellen, Schotter und Unkraut. Falsch!

Die Idee ist bestechend: Ein Schweizer Startup will Solarpaneele zwischen Eisenbahnschienen installieren. Der Platz dort sei ausreichend gross, um Solarpaneele in Standardgrösse zu installieren, ohne den Zugverkehr zu behindern, heisst es. Das System könnte sogar weltweit eingesetzt werden.

Auch für die Installation haben die findigen Köpfe eine clevere Lösung vorgeschlagen: Ein von einer Schweizer Gleiswartungsfirma entwickelter Zug soll die Paneele mechanisch während der Fahrt verlegen. «Wie einen ausgerollten Teppich», schreibt mein Kollege Luigi Jorio in seinem Artikel.

Gegenwärtig ist in der Westschweiz ein Pilotprojekt geplant. Allerdings stehen der grandiosen Idee noch einige Hürden gegenüber. «Die grösste Herausforderung ist nicht die Technik. Was wir brauchen, ist ein Mentalitätswandel im Bahnsektor. Einem Bereich, der normalerweise nicht sehr offen für Innovationen ist», sagt einer der Gründer des Startups.

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