Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Ende Oktober wird in der Schweiz gewählt. Welche Themen schreiben sich die Parteien auf die Fahne, die die Fünfte Schweiz betreffen? Ab heute bieten wir Ihnen einen Überblick.
Freundliche Grüsse aus Bern
Parteienchecks: Den Auftakt unserer Serie macht die SVP.
In etwa zwei Monaten wird in der Schweiz das neue Parlament gewählt. Über 5000 Schweizer:innen kandidieren nach aktuellen Prognosen für die 200 Sitze im Nationalrat, schreibt watson. So viele wie noch nie zuvor. Gut möglich, dass die Wählerschaft da auch mal den Überblick über die Kandidierenden verliert.
Die Parteien buhlen um die Gunst dieser Wählerschaft. Was konkret tun sie aber für Auslandschweizer:innen? Wir haben nachgefragt, die Antworten präsentieren wir Ihnen in den nächsten Tagen auf unserer Webseite, unserer App und in unserem Newsletter.
Heute widmen wir uns dem Programm der SVP International. 1992 gegründet fasst die Sektion aktuell rund 370 Auslandschweizer:innen. Inge Schütz, Präsidentin der SVP International, hat selbst einige Jahre in Schweden gelebt und weiss, welchen Herausforderungen Auslandschweizer:innen bei der Ausübung des Stimm- und Wahlrechts begegnen. Vor einigen Jahren hat die SVP International mit einer Motion gefordert, die Abstimmungsunterlagen sollten per E-Mail verschickt werden. Beim Thema E-Voting ist die Partei allerdings skeptisch: «Das Prinzip ist gut, aber wir haben gesehen, dass das System gehackt werden kann. Deshalb sind wir dagegen.»
- Den Auftaktartikel zu unserem Parteiencheck von den Kolleg:innen Emilie Ridard, Julie Hunt und Dominik Meier können Sie hier nachlesen.
- Warum zu viele Kandidierende Wähler:innen überfordern können, hat watsonExterner Link mit Lukas Golder, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern, eingeordnet.
- Unser Dossier zu den eidgenössischen Wahlen 2023 finden Sie hier.
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Heute wurde die Halbierungsinitiative eingereicht.
Die Initiative «200 Franken sind genug» ist heute eingereicht worden. Sie verlangt eine Reduktion der Radio- und TV-Gebühren. Hauptsächlich zielt die Initiative auf die öffentlich-rechtliche SRG, zu der auch SWI swissinfo.ch gehört.
Das Komitee um den Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter reichte heute der Bundeskanzlei über 128’000 Unterschriften ein. Die Initiative wurde von der SVP, dem Schweizerischen Gewerbeverband und den Jungfreisinnigen lanciert.
Es ist die zweite Initiative innerhalb von fünf Jahren, die sich gegen SRG-Gebühren richtet. Vor fünf Jahren wurde die «No-Billag»-Initiative mit über 71 Prozent abgelehnt. Bis die Halbierungsinitaitive zur Abstimmung kommt, wird es noch einige Jahre dauern: Je nachdem, wie sich der politische Aushandlungsprozess hinzieht (Stichwort Gegenvorschlag), kommt sie voraussichtlich zwischen 2025 und 2027 an die Urne.
- Hier finden SieExterner Link den Bericht auf SRF News.
- «Die SRG überschätzt sich. Weniger Geld würde ihr guttun» – Kommentar der NZZExterner Link. (Paywall)
Wie eine Schweizerin in Griechenland geflohenen Frauen hilft.
Das Foto von Aylan Kurdi, dem dreijährigen Jungen, der 2015 auf seiner Flucht aus Syrien im Mittelmeer ertrunken ist, liess sie nicht schlafen. Die Zürcherin Raquel Herzog beschloss noch am Abend dieses 4. Septembers 2015, sich deswegen zu engagieren: Sie buchte ein Flugticket nach Griechenland, um Flüchtlinge zu unterstützen, die mit den Booten auf der Insel Lesbos ankamen.
Das Bild des toten Aylan ist zur Ikone einer gescheiterten Migrationspolitik geworden, die keine Antworten auf kriegerische Konflikte und geflohene Menschen finden kann. Raquel Herzog ist immer noch in Griechenland aktiv und hat dort in der Zwischenzeit zwei Tageszentren aufgebaut, die geflüchteten Frauen in einem geschützten Rahmen medizinische, psychologische und soziale Unterstützung wie auch abschliessbare Badezimmer bieten – denn der Gang zum Bad ist für die Frauen in den Flüchtlingscamps oft gefährlich.
Raquel Herzog war früher Eventmanagerin. Warum die 60-Jährige sich einsetzt, begründet sie so: «Ich habe ein privilegiertes Leben und gebe gern etwas zurück […] Mein Engagement macht mich nicht schwächer, sondern stärker; denn ich habe mit starken Menschen zu tun, denen Unrecht widerfahren ist, so wie das auch mir hätte passieren können, wäre ich nicht zufällig in der sicheren Schweiz geboren.»
- Hier geht esExterner Link zum Porträt von Raquel Herzog und ihrer Organisation Sao AssociationExterner Link. (Paywall)
- Vor einigen Jahren schrieb ich über eine NGO, die in Athen ein Mädchenhaus betreibt – ein Haus für unbegleitete, geflüchtete minderjährige Mädchen. Hier geht es zur Reportage.
Alain Berset besucht in Kolumbien ehemalige Farc-Kämpfer:innen.
Die Wiedereingliederung ehemaliger Kämpfer:innen der Guerilla-Organisation Farc in Kolumbien ist ein wesentlicher Punkt im 2016 ausgehandelten Friedensvertrag. Der Bundesrat besuchte ein Wiedereingliederungsprogramm im zentralkolumbianischen Dabeiba.
Der Weg ins zivile Leben gestaltet sich für viele ehemalige Mitglieder mitunter sehr schwierig – manche traten bereits als Kinder der Farc bei und verbrachten ihr ganzes Leben im Untergrund. Manche werden wegen ihrer früheren Tätigkeit gejagt.
Die Schweiz hat in Kolumbien die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der ELN begleitet, einer weiteren Guerilla-Organisation in dem südamerikanischen Land. Auch diese Organisation mischt im Kokain-Anbau mit, wie uns ein ehemaliger Vermittler sagte.
- Hier finden Sie unsere Meldung.
- Zum Interview mit dem ehemaligen Schweizer Vermittler Jean-Pierre Gontard geht es hier.
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