Grosse-St.-Bernhard-Tunnel setzt im Wallis auf Solarstrom
Der Grosse-St.-Bernhard-Tunnel im Wallis soll künftig die Hälfte seines Strombedarfs mit Solarenergie decken. Die Betreibergesellschaft hat auf der Schweizer Seite des Tunnels Solarpanels auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern installiert.
(Keystone-SDA) Die Anlage soll 2027 vollständig in Betrieb gehen. Insgesamt werden rund 1000 Solarpanels auf der überdachten Zufahrtsstrasse zum Tunnel montiert. Die ersten 3000 Quadratmeter sollen bis Ende 2026 betriebsbereit sein, die restlichen 4000 Quadratmeter im Laufe des kommenden Jahres. Die Panels werden in einem Winkel von 60 Grad aufgestellt.
Die Anlage auf rund 1900 Metern Höhe soll jährlich 450 Megawattstunden Strom produzieren. Zwischen 2022 und 2025 hatte die Betreibergesellschaft das Projekt in einer Testphase erprobt.
Solarstrom auch im Winter
«Wir verfügen über eine grosse, flache Dachfläche», sagte Baptiste Cavin, Ingenieur für Unterhalt und Projekte bei der Betreibergesellschaft. «Die Solaranlage wird unsere bisherige Stromproduktion vor allem im Winter sinnvoll ergänzen.» Der Strombedarf für Beleuchtung, Lüftung und technische Anlagen des Tunnels sei beträchtlich.
Bereits heute produziert das Unternehmen erneuerbaren Strom mit einem Wasserkraftwerk im Tunnel. Dieses wird von einem kleinen Stausee an der Passstrasse gespeist.
Die Kosten für die neue Solaranlage belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken. Die Arbeiten werden vollständig von Mitarbeitenden der Betreibergesellschaft ausgeführt.
Das Projekt ist unabhängig vom schwimmenden Solarpark des Energieunternehmens Romande Energie auf dem nahe gelegenen Lac des Toules. Die Region um Bourg-Saint-Pierre VS gilt wegen ihrer hohen Sonneneinstrahlung als besonders geeignet für die Nutzung von Solarenergie.
Der 5,8 Kilometer lange Grosse-St.-Bernhard-Tunnel verbindet Bourg-Saint-Pierre VS mit Saint-Rhémy-en-Bosses im italienischen Aostatal. Die 1964 eröffnete Strassenverbindung ermöglicht ganzjährig die Überquerung der Alpen zwischen der Schweiz und Italien.