Abstimmungssonntag in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der heutige Urnengang fiel aus wie erwartet: Ja zur "Ehe für alle", nein zur "99%-Initiative". Beide Entscheide kamen überaus deutlich zustande.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Ehe für alle ist in der Schweiz Realität. Das Resultat fällt deutlich aus.
Keine Überraschung am Abstimmungssonntag: Die Ehe für alle wird mit 64,1% Ja-Stimmen überdeutlich angenommen. Kein einziger Kanton sprach sich dagegen aus. Wenig erstaunlich: Bis auf die SVP fassten alle Parteien die Ja-Parole.
Was auch auffällt: Der angeblich grösser werdende Stadt-Land-Graben hat bei diesem Anliegen keine Rolle gespielt. In der Schweiz herrscht in dieser Hinsicht grosse Einmütigkeit, die relativ hohe Stimmbeteiligung ist ein weiterer Beleg dafür.
Damit schrumpft die Liste der westeuropäischen Ländern, welche gleichgeschlechtlichen Paaren keine Heirat ermöglichen, auf Italien, Griechenland und Liechtenstein.
- Unseren Überblicksartikel finden Sie hier.
- Hier geht es zum Artikel meines Kollegen Jonas Glatthard.
- Meine Kollegin Katy Romy interviewte im Vorfeld Olga Baranova, die Leiterin der Pro-Kampagne. Hier geht es zum Interview.
- Für die Gegenseite kam der pensionierte Pfarrer Gérard Pella zu Wort.
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Keine höhere Besteuerung von Kapitaleinkommen: Die 99%-Initiative der Juso wird abgelehnt.
Die Schweizer:innen wollen Reiche nicht stärker besteuern. Eine entsprechende Initiative der Jungsozialist:innen, die die Besteuerung von Kapitaleinkommen erhöhen wollte, wurde an der Urne mit 64,9% Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.
Überraschend ist dieses Resultat nicht. Vorstösse der Juso haben in der eher bürgerlich tickenden Schweiz meist keine Chancen. Zu oft werden sie als sozialistische Umverteilungs-Utopien verschrien. Schon früh wurde heute klar, dass die 99%-Initiative am Ständemehr scheitern würde.
- Unseren Überblicksartikel finden Sie hier.
- Hier geht es zum Beitrag meiner Kollegin Sibilla Bondolfi.
- Im Vorfeld sprach ich mit der Juso-Chefin Ronja Jansen über die Initiative. Hier geht es zum Interview.
- Zu den Gegner:innen gehörte der FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt. Mein Interview mit ihm finden Sie hier.
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Auch in Deutschland strömte heute die Bevölkerung an die Urnen. Es geht um viel.
Im grossen Kanton gibt es heute richtungsweisende Wahlen: Die heutigen Bundestagswahlen sind nach dem Rücktritt von Angela Merkel die wichtigsten seit langem.
Wir haben im Vorfeld eine Mini-Serie zur Direkten Demokratie in Deutschland lanciert – die auch über den Wahl- und Abstimmungssonntag unserer deutschen Nachbar:innen hinaus Relevanz hat.
- Die grossen Parteien wollen keine bundesweite Volksabtimmungen. Das erstaunt.
- Warum ist das so? Wir sprachen mit einem Demokratie-Aktivisten über den Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz.
- Die Berliner:innen stimmen zudem darüber ab, ob grosse Immobilienkonzerne enteignet werden sollen.
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