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Polizeiauto

Heute in der Schweiz

Sehr geehrte Damen und Herren

Ein Entführungsfall sorgt für Aufsehen – nicht zuletzt wegen einer superprovisorischen Verfügung, die Medien zunächst die Nennung des Entführten untersagte. Dieser hat sich gestern nun öffentlich geäussert.

Freundliche Grüsse aus Bern

Christoph Berger
Keystone / Peter Schneider

Letzte Woche wurde publik, dass der Präsident der Eidgenössischen Impfkommission entführt und rund eine Stunde gefangen gehalten wurde.

Der Fall sorgte für Aufsehen: Bei einem Polizeieinsatz starben letzten Mittwoch nach einem Schusswechsel ein Mann und seine Begleiterin. Es stellte sich heraus, dass der Mann Ende März Impf-Chef Christoph Berger entführt hatte.

«Der mir bis dahin unbekannte Täter hatte mich eine gute Stunde in seiner Gewalt. Er hat mich in dieser Zeit mit der Forderung eines substanziellen Geldbetrags konfrontiert«, schrieb Berger gestern in einer Mitteilung. Er habe sich danach bei der Polizei gemeldet.

In einem Artikel machte Tamedia letzte Woche den Fall publik. Kurz nach Erscheinen des Berichts verbot das Bezirksgericht Zürich die Namensnennung in einer superprovisorischen Verfügung – andere Medien waren davon jedoch nicht betroffen. Das Motiv des Entführers soll Geld gewesen sein, in den Medien wurde auch seine Corona-Skepsis thematisiert.

Wie üblich nach tödlichen Einsätzen hat die Zürcher Polizei Ermittlungen eingeleitet, um zu rekonstruieren, wie und warum es zum Schusswaffeneinsatz kam. Klar scheint, dass der Entführer eine Waffe zog, und vermutlich seine Partnerin tödlich verletzte, bevor er von der Polizei angeschossen wurde.

Dick Marty
Keystone / Lukas Lehmann

Und ein weiterer aufsehenerregender Fall machte Schlagzeilen: Der frühere Ständerat Dick Marty steht unter Polizeischutz, nachdem angebliche Mordpläne gegen ihn bekannt wurden.

Dick Marty war Staatsanwalt, Ständerat und einer der im Ausland bekanntesten Schweizer Politiker. Als solcher hat er sich mit der CIA, Drogenhändler und Kriminellen aller Art angelegt – und sich viele und mächtige Feinde gemacht. Nicht zuletzt im Balkan, wo er im Nachgang der Jugoslawien-Kriege zu kriminellen Netzwerken ermittelte.

Nun wurde bekannt, dass Dick Marty seit Dezember 2020 unter massivem Polizeischutz steht, nachdem der Schweizer Nachrichtendienst Hinweise auf eine geplante Ermordung erhielt. Ein solches Sicherheitsdispositiv sei in der Schweiz in diesem Ausmass bisher unbekannt.

«Die Bedrohung kommt offenbar aus bestimmten Kreisen des serbischen Geheimdienstes, die die Unterwelt, professionelle Killer, beauftragt haben, mich einfach zu liquidieren, um die Schuld auf die Kosovaren zu schieben», sagte Marty in einem Fernsehbeitrag dazu. Im Hintergrund laufen nun Ermittlungen auf mehreren Ebenen, sagen die Behörden dazu, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Der ukrainische Botschafter in Bern, Artem Rybchenko
© Keystone / Alessandro Della Valle

Wie geht es weiter in der Ukraine? Der ukrainische Botschafter in der Schweiz erwartet einen zweiten Angriff auf Kiew. Und spricht den Behörden hierzulande ins Gewissen.

Ob die Schweiz genug gegen russische Oligarchen macht, ist eine Debatte, die seit dem ersten Tag der Sanktionen läuft. Der ukrainische Botschafter in Bern, Artem Rybchenko, fordert (wenig erstaunlich) die schweizerischen Behörden auf, mehr zu unternehmen. Die Ukraine stehe unter einem gewaltigen militärischen Druck, es brauche zudem mehr und weiterreichende Sanktionen.

Immer mehr kommt ausserdem an die Oberfläche, wie sich die vielen russischen Oligarchen in der Schweiz niederlassen konnten: Dank dem laxen Umgang mit der «Lex Koller» etwa, die den Kauf von Grundstücken durch Ausländer:innen in der Schweiz regelt.

«Keine Baupläne? Zu grosses Grundstück? Die Wohnung wird gar nicht genutzt? Alles kein Problem«, fasst der Tages-Anzeiger zusammen. Während bei Sozialhilfebezüger:innen Detektive eingesetzt werden, wurde bei Oligarchen gerne ein Auge zugedrückt. Das ist zwar nichts Neues, könnte aber jetzt Auswirkungen auf nationaler Ebene haben: Eine Zuger Nationalrätin fordert eine Verschärfung der «Lex Koller», notfalls mit der Lancierung einer Volksinitiative.

Symbolbild Wissenschafter im Büro
© Keystone / Gaetan Bally

Nach dem Ausschluss vom Forschungsprogramm Horizon: Die Schweiz sucht neue Partner.

Als die Schweiz letzten Mai die Verhandlungen über das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU einseitig beendete, sorgte das nicht nur für böses Blut – sondern auch für handfeste negative Konsequenzen.  So hat die EU unter anderem den Zugang der Schweiz zu Horizon Europe, dem grössten internationalen Förderprogramm, stark eingeschränkt.

«Ohne Zugang zu Horizon Europe wird es zu einer Herausforderung, brillante Köpfe anzusprechen und die hohe Qualität der Forschung in der Schweiz aufrechtzuerhalten», sagt Yves Flückiger, Rektor der Universität Genf und Präsident von Swissuniversities, dem Dachverband der Hochschulen. «Wir müssen neue Formen der Zusammenarbeit finden und neue Finanzierungsmodelle aufbauen

Doch das ist alles andere als einfach und wird viel Zeit in Anspruch nehmen. In unserem grossen Beitrag erfahren Sie, wie das bewerkstelligt werden könnte – und was der momentane Zustand für die betroffenen Forscher:innen bedeutet.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Pauline Turuban

Was wären wirksame Massnahmen zur Bekämpfung von Femiziden?

Wie kann man verhindern, dass Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts getötet werden?

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