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Privatjet am Flughafen Genf

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Sie verzichten freiwillig aufs Fliegen? Das ist gut. Noch besser wäre es, diejenigen mit einem Privatjet würden verzichten.        

Freundliche Grüsse aus Bern

Privatjet am Flughafen Genf
Keystone / Laurent Gillieron

Die Schweiz: Ein grosser Landeplatz für Privatjets.

In kaum einem anderen Land starten private Jets so häufig wie in der Schweiz – im Verhältnis zur Bevölkerung sechsmal so oft wie in Deutschland, dreimal häufiger als in Frankreich oder England. Bei der Dichte an Superreichen ist das nicht so erstaunlich – aber die effektiven Zahlen erstaunen dann doch.

Die über 35’000 Schweizer Privatjetflüge von 2022 verursachten einen CO2-Ausstoss von über 166’000 Tonnen. Das ist gleich hoch, wie der komplette Ausstoss von rund 12’000 Durchschnittschweizer:innen im Jahr, schreibt der Tages-Anzeiger. Mein Highlight: Die Basler Roche-Erbin Gigi Oeri flog 129-mal ab, meist Basel-Ibiza. Eine ihrer Stiftungen vermittelt Strassenhunde aus Ibiza in die Schweiz – viele davon sollen via Jet eingeflogen worden sein.

Greenpeace fordert ein Verbot der Privatjets. Der Schweizer Branchenverband für Privat- und Businessfliegerei hingegen weist auf zehntausende Arbeitsplätze und Milliarden an Wertschöpfung hin. Und jetzt?

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Gastgeber/Gastgeberin Melanie Eichenberger

Wie haben Sie das Schweizer Bürgerrecht erhalten oder verloren?

Und welche Auswirkungen hat dies auf Ihr Leben gehabt? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte.

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Frauen bei der Arbeit
Keystone

«Maul halten! Ordnung halten + durchhalten!» Über Schweizer Zwangsarbeit.

Bis Mitte der 1970er-Jahren gab es Zwangsarbeit in der Schweiz  mit Erziehungsauftrag. Profitiert haben Industriefirmen, aber auch manche Gemeinden und Lokalpolitiker.

Angeblich moralisch verkommene junge Menschen (vor allem junge Frauen) sollten umerzogen werden, um wieder gesellschaftlich akzeptabel zu werden. Häufig landeten sie jedoch in Fabriken, in denen sie ohne Lohn arbeiten mussten.

Sogenannte «versorgte» Jugendliche waren oft rechtlich sogar schlechter gestellt als kriminelle Jugendliche. Ende der 1960er begann man die administrativen Zwangsmassnahmen runterzufahren – offiziell zu Ende gingen sie aber erst 1981.

Ukrainische Waisenkinder in der Schweiz
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Besuch bei einem Kinderheim für ukrainische Waisen in der Schweiz.

Die Zerstörung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist zu einem Symbol für die Brutalität des russischen Angriffkriegs geworden. Als der Beschuss begann, verliessen vier Busse mit 99 Kindern eines Heims die Stadt.

Sie leben heute in der Schweiz, sind in den Kantonen Wallis und Waadt untergebracht. In den ersten acht Stunden dieser traumatischen Fahrt raus aus Mariupol wuchsen sie alle zusammen, wurden zu einer Familie, schreibt meine Kollegin Elena Servettaz.

Eine Familie, die zurückkehren will: Im Gespräch mit den Betreuerinnen und den Kindern wurde klar, dass sie die Rückkehr in die Ukraine herbeisehnen. Hoffentlich eher früher als später.

Focus Illustration
Corinna Staffe

Abstimmungen 18. Juni: Unser Fokus.

In knapp einem Monat wird in der Schweiz gewählt: Die OECD-Mindeststeuer für multinationale Konzerne, CO2-Ziele und die Verlängerung des Covid-Gesetzes stehen auf dem Programm.

Es sind die ersten nationalen Abstimmungen seit neun Monaten – ein solch lange Pause ist ungewöhnlich. Die Pandemie hat auch in der Schweiz vieles durcheinandergebracht: Unterschriftensammlungen und parlamentarische Prozesse.

Wir haben in einem Fokus unsere wichtigsten Artikel zu den Vorlagen gesammelt. Gemäss der ersten SRG-Umfrage wird ein dreifaches Ja erwartet.

Eine türkische Wählerin
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«Der demokratische Aufbruch in der Türkei bleibt aus»

Die Präsidentschaftwahlen in der Türkei haben keinen Sieger hervorgebracht – der Langzeitpräsident Recep Tayyip Erdogan und sein Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu werden noch einen Wahldurchgang machen müssen. Wie schon bei früheren türkischen Wahlen und Abstimmungen stimmten die «Schweizer» Wahlberechtigten dabei anders als die Mehrheit in der Türkei: so sprachen sich 57% (Türkei: 45%) für den Oppositionskandidaten Kilicdaroglu aus, während Amtsinhaber Erdogan lediglich auf 40% (Türkei: 49%) kam.

«Das tiefgreifende grundsätzliche Problem ist das gegenwärtige undemokratische System der Türkei, das weder Freiheit in Politik, Presse und Wissenschaft noch eine tatsächliche Gewaltenteilung kennt. Der Wahlausgang ist für Zehntausende von politischen Gefangenen desolat.» Das sagt der Historiker Hans-Lukas Kieser von der Universität Zürich.

Die Chance einer Abwahl des zunehmend autoritärer regierenden Erdogan ist zwar noch nicht vom Tisch. Dass er jedoch besser dasteht als von vielen prognostiziert ist schon ein Erfolg für ihn. Und ein schlechtes Zeichen für die Demokratie in der Türkei.

  • Lesen Sie hier das Interview meines Kollegen Bruno Kaufmann.
  • «Freie Meinungsäusserung ist wie das Atmen, wie das Trinken von Wasser, wie das Stillen des Hungers» – schauen Sie hier unser Video-Interview mit dem türkischen Journalisten Can Dündar an.

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