The Swiss voice in the world since 1935
Riesige Fels- und Steinlawine, die bis vor ein Bergdorf hinunter kam

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Der grosse Bergsturz oberhalb von Brienz in den Bündner Bergen von letzter Nacht ist gut ausgegangen, niemand wurde verletzt. Gestern Nachmittag stürzte der Schweizer Radprofi Gino Mäder in der Königsetappe der Tour de Suisse schwer. Heute ist der 26-jährige Berner gestorben. Beides ereignete sich fast am selben Ort.

Herzliche Grüsse aus Bern

Die Felsmassen verfehlten Brienz nur knapp. Auf der Strasse nach Lenzerheide haben sich die Gesteinsmassen bis zu zwölf Meter aufgetürmt. KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER sda-ats

Jetzt ist der Bündner Berg gekommen: In der Nacht stürzten riesige Felsmassen bis vor das evakuierte Dorf Brienz.

Niemand hat die ungeheure Steinlawine gesehen, aber die Bewohner:innen des Albulatals haben das Donnern kurz vor Mitternacht gehört.

Als der Tag kam, wurde das Naturereignis sichtbar: Nur wenige Meter vor dem ersten Haus des Dorfes kam die Lawine zum Stehen. Menschen kamen keine zu Schaden. Strassen- und Schienenverkehr wurden unterbrochen, Reisende mussten Umwege und Verspätungen in Kauf nehmen.

Am Mittag haben die Gemeindebehörden die Phase Blau, die höchste Alarmstufe, auf die Phase Rot abgesenkt. Sie gehen also davon aus, dass keine unmittelbare Gefahr weiterer grosser Felsablösungen droht.

Junger Radrennfahrer in Renndress und mit Helm
© Keystone / Gian Ehrenzeller

Hiobsbotschaft für den Sport in der Schweiz und weltweit: Radrennfahrer Gino Mäder ist nach seinem schweren Sturz gestern in der Abfahrt vom Albulapass heute gestorben.

Der Berner, der als eines der grössten Schweizer Talente in der Ära nach Fabian Cancellara galt, wurde nur 26 Jahre alt.

Der verhängnisvolle Sturz geschah auf der gestrigen Königsetappe der Tour de Suisse, und das nur unweit des Orts, wo wenige Stunden später die Felsmassen Richtung Brienz stürzen sollten: In der superschnellen und wegen des schlechten Strassenbelags als äusserst gefährlich geltenden Abfahrt vom Albulapass kam Mäder in einem Linksbogen zu Fall und stürzte in ein Bachbett, wo er reglos liegen blieb. Ein mit ihm gestürzter Fahrer konnte den Unfallort auf eigenen Beinen verlassen. In der Abfahrt erreichten die Fahrer Spitzentempi von über 100 Kilometern pro Stunde.

Die genauen Umstände des Unfalls sind noch unklar. Die Staatsanwaltschaft und Polizei des Kantons Graubünden haben eine Untersuchung eröffnet.

Zahlreiche Fahrer hatten gestern im Ziel die Tour-Organisation kritisiert. Weltmeister und Tourfavorit Remco Evenepoel hätte eine andere Streckenplanung bevorzugt. «Ein Ziel auf dem Gipfel wäre perfekt gewesen», so der Belgier. Es sei keine schlaue Idee, «uns die gefährliche Abfahrt fahren zu lassen. Aber es braucht offenbar immer noch mehr Spektakel. Es muss wohl einfach etwas passieren, damit man reagiert».

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Samuel Jaberg

Soll die Schweiz die Zuwanderung begrenzen?

Wie erleben Sie die wachsende Bevölkerung der Schweiz? Sehen Sie für den Fachkräftemangel eine Alternative zur Zuwanderung? Ihre Meinung interessiert uns!

257 Likes
129 Kommentare
Diskussion anzeigen
Kinder auf Stühlen im Klassenzimmer, von hinten fotografiert
Keystone / Elia Bianchi

Das Schweizer Schulsystem gilt als gut bis sehr gut. Aber wie steht es um die Inklusion von Kindern mit Behinderungen?

Laut Bundesverfassung haben alle Kinder Anrecht auf Unterricht an inklusiven Schulen. Also auch solche mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung.

Doch noch immer werden solche diskriminiert. Deshalb fordern Behindertenverbände ein rasches Vorwärtsmachen bei der Inklusion.

Die Lehrer:innen sehen den Prozess etwas anders. Ihr Verband plädiert für «Vielfalt in der Vielfalt». Darin sind auch die speziellen Unterrichtsformen für betroffene Kinder enthalten wie etwa die bisherigen Sonderklassen oder -schulen.

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Bruno Kaufmann

Haben Sie etwas Spezielles über die Demokratie im Land, wo Sie leben, zu erzählen?

Lassen Sie es mich wissen! Mit etwas Glück besuche Sie und berichte auf SWI swissinfo.ch über Ihre Geschichte.

40 Kommentare
Diskussion anzeigen
zwei junge Jodler in Sennentracht

Am Wochenende strömen tausende Sänger:innen nach Zug, wo sie am Eidgenössischen Jodlerfest sich und die Tradition zelebrieren.

Die Schweiz wird musikalisch gesehen praktisch überall auf der Welt auf das Jodeln reduziert. Alle drei Jahre findet der Höhepunkt für die Aktiven wie für die Fans des traditionellen Volksgesangs statt.

Zug, das Zentrum der Schweiz für Steueroptimierung, Briefkastenfirmen, Nachrichtentechnik und Kryptotechnologie, verwandelt sich in eine riesige Festhütte. In Kirchen, Schulen, Sälen und auf den Plätzen: Überall dominieren Jodler:innen, Alphornbläser:innen und Fahnenschwinger:innen.

An die 150’000 Besucher:innen dürften ans Fest in der Zentralschweiz strömen.

Eine Attraktion jedoch ist abgesagt: Die Show der Patrouille Suisse. Nachdem sich gestern bei der Probe zwei Jets gestreift haben (siehe gestriges Briefing), sagt die Armee den Auftritt der Kunstflugstaffel ab.

Meistgelesen
Archiv - Fünfte Schweiz

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft