Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
"Die Lage ist ernst", sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga über die Corona-Situation in der Schweiz. Doch statt auf eine Verschärfung setzt die Regierung auf Eigenverantwortung der Bevölkerung.
Herzliche Grüsse
Heute informierte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga über den Corona-Krisengipfel von Bund und Kantonen. «Die Lage ist ernst», sagte sie, es sei wieder kurz vor zwölf. Weitere Massnahmen hat der Bundesrat jedoch nicht beschlossen.
Auffallend häufig betonten die Behördenvertreter an der Pressekonferenz, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen sei in einem föderalen Staat wichtig. Eine «aussergewöhnliche Lage» mit alleiniger Entscheidungskompetenz des Bundesrates will der Bund offenbar nicht mehr aussprechen – trotz stark steigender Zahlen.
Stattdessen appelliert er an die Selbstverantwortung der Bevölkerung. Diese soll weiterhin Abstand halten, die Hände waschen, Masken tragen und beim Contact-Tracing mithelfen.
Auch das Spital Schwyz sandte in einem Video einen Appell an die Bevölkerung. «Machen Sie keine Feste ab», bat die Spital-Direktorin. «Wir können das als Spital am Schluss nicht stemmen, wenn die Fallzahlen noch weiter steigen.» Dieser Hilferuf sorgt in der Schweizer Presse für einiges Echo.
- Unser laufend aktualisierter Artikel über die Corona-Situation in der Schweiz.
- Der SRF-LivetickerExterner Link zur Pressekonferenz.
- Nau.chExterner Link, BlickExterner Link und WatsonExterner Link berichteten über den Appell des Spitals Schwyz.
- Die gegensätzlichen Einschätzungen von WOZExterner Link und WeltwocheExterner Link (Paywall).
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Dass der Bundesrat den EU-Chefunterhändler Roberto Balzaretti mit Livia Leu ersetzt hat (ich berichtete Ihnen in den letzten Tagen), sorgt in den Schweizer Medien für viele Kommentare.
Leu habe den undankbarsten Job der Schweiz und müsse im Aussendepartement den «EU-Chnorz» lösen, kommentiert der Blick. Politiker seien voll des Lobes, nur Aussenminister Ignazio Cassis hätte lieber jemand anderes nach Brüssel geschickt.
Man habe Balzaretti nicht mehr zugetraut, der EU noch Zugeständnisse abzuringen, so der Tages-Anzeiger. Balzaretti büsse faktisch für die taktischen Fehler seiner sieben Chefs. «Es sind das Zaudern und Irrlichtern, die Ratlosigkeit und Zerstrittenheit des Bundesrats, die uns in die verfahrene europapolitische Lage des Herbstes 2020 steuerten.»
Auch die Online-Plattform Watson findet, Balzaretti sei der Sündenbock eines führungsschwachen Bundesrats. «Ein neues Gesicht muss drei alte Probleme lösen», schreibt SRF News in einer Analyse. Mit Livia Leu scheine der Bundesrat vor allem auf einen psychologischen Effekt zu setzen.
- Die Kommentare von BlickExterner Link, WatsonExterner Link und SRFExterner Link.
- Ein ArtikelExterner Link sowie KommentarExterner Link des Tages-Anzeigers (Paywall).
- Ein Artikel der NZZExterner Link (Paywall).
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Am Sonntag wählt Bolivien nach einem Jahr Interimsregierung einen neuen Präsidenten. Wir haben mit einer Auslandschweizerin über die Situation gesprochen. Sie lebt seit 14 Jahren in Cochabamba, einer Stadt im Westen des Binnenlandes.
Katharina Cerny Escobar befürchtet, dass es nach der Wahl zu Strassenunruhen kommen könnte. «Dass die Kampagnenleute des Verlierers Unruhen und Strassenblockaden anheizen werden, steht schon so gut wie fest.»
Noch zwei Kandidaten sind im Rennen: Luis Arce der linksgerichteten Partei MAS sowie der mitte-rechts-Politiker Carlos Mesa.
Mesa werde vor allem von der Ober- und der städtischen Mittelschicht unterstützt, sagt die Schweizerin. Hinter dem MAS-Kandidaten Arce hingegen würden viele Leute der Landbevölkerung stehen, die meisten von ihnen Indigene.
- Den ganzen Artikel lesen Sie auf swissinfo.ch.
- Auch WatsonExterner Link berichtet heute über die Wahlen in Bolivien.
- Weitere deutschsprachige Artikel über die politische Situation in Bolivien finden Sie hierExterner Link.
Ein Forschungsprojekt befasste sich mit dem jüdischen Kulturraum Aargau. Nun ist ein Buch darüber erschienen. Die Universität Basel hat mit dem Herausgeber des Sammelbandes gesprochen.
Im 17. Jahrhundert zwang die Eidgenossenschaft die jüdische Bevölkerung, sich in den Dörfern Endingen und Lengnau im Aargauer Surbtal niederzulassen. Deshalb entstand dort ein Zentrum jüdischen Lebens.
Wie sich das Leben in diesen Dörfern entwickelte, ist Thema einer neuen Publikation. Deren Mitherausgeber ist Jacques Picard, emeritierter Professor für Geschichte und Kulturen der Juden in der Moderne an der Universität Basel.
In einem Interview mit der Universität Basel sagt er: «Aus dem Aargau stammten die Vorfahren vieler bekannter Künstler und Kunstfreunde, etwa jene der Guggenheims, des Hollywood-Produzenten William Wyler (‚Ben-Hur‘) und des Komponisten Ernest Bloch.»
- Das ganze Interview finden Sie auf der Website der Universität BaselExterner Link.
- Aus unserem Archiv: Spuren jüdischen Lebens in Endingen, der jüdische Friedhof im Niemandsland zwischen Endingen und Lengnau, jüdische Beziehungen zwischen Vorarlberg und der Ostschweiz.
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