Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen im Ausland
Ich bin ehrlich mit Ihnen: Im Inland gibt es in meiner Wahrnehmung viele, die das Scheitern der Verhandlungen über das Rahmenabkommen mit der Europäischen Union wenig kümmert. Sie interessieren sich vielleicht auch nicht so für das Thema, je nachdem, wo Sie leben.
Aber wenn Sie zu den 450'000 Schweizer:innen in einem EU-Land gehören, laden wir Sie ganz herzlich ein zur Teilnahme an unserer Diskussionssendung. Bei Interesse finden Sie Ansprechperson und Infos am Ende dieses Briefings.
Herzlich
«Suisse Secrets»: Die Bundesanwaltschaft sucht den Whistleblower hinter den Crédit-Suisse-Daten.
Letzten Februar berichteten Medien aus der ganzen Welt über die «Suisse Secrets». Konkret waren das die Kundendaten von 18’000 Crédit Suisse-Klient:innen, die dem Recherchenetzwerk um das Journalismuskollektiv OCCRP zur Verfügung standen. Die Recherchen kamen zum Schluss, dass manche Crédit Suisse-Kund:innen heikel sind, etwa verurteilte Verbrecher:innen oder venezolanische Politiker:innen.
Aus Angst vor Strafverfolgung beteiligten sich die Tamedia-Zeitungen, die Teil des Recherchenetzwerks sind, nicht an der Recherche. Denn in der Schweiz dürfen auch Journalist:innen seit etwa acht Jahren das Bankgeheimnis nicht mehr brechen – was sie beim Berichten über die Identität und die Vermögenswerte von Crédit Suisse-Kund:innen tun würden.
Die Tamedia-Zeitungen nannten das einen «Maulkorb-Artikel«. Dies will der Bundesrat nun aber wieder ändern: Die Pressefreiheit steht über dem Bankgeheimnis. Derweil macht die Bundesanwaltschaft ernst mit dem Bankgeheimnis und ermittelt gegen die Whistleblower:in.
- Den Tamedia-Bericht über die Whistleblower-Ermittlungen finden Sie hierExterner Link.
- Der Bericht des Medienportal Persönlich.comExterner Link über die Haltung des Bundesrats zu Pressefreiheit und Bankgeheimnis
- Die Recherchen des britischen GuardianExterner Link zu den «Suisse Secrets»
Am Rietberg wird über Raubkunst verhandelt.
Abba Tijani ist Generaldirektor der Nationalen Museums- und Denkmalbehörde Nigerias und momentan wegen den Benin-Bronzen in der Schweiz. Er sagt: «Wir möchten den Museen die Möglichkeit geben, diese Kunstwerke den rechtmässigen Besitzer:innen zurückzugeben und legal auszustellen – also das Richtige zu tun.»
Bei Dutzenden der Benin-Bronzen im Zürcher Museum Rietberg gilt als gesichert, dass sie im 19. Jahrhundert von britischen Soldaten aus dem damaligen Königreich Benin geraubt worden sind.
Nach Jahrzehnten des Unverständnisses und der Weigerung scheint nun zu passieren, was – so Tijani – lange niemand erwartet hat: Die Kunstwerke mit rituellem Wert werden zurückgegeben, nicht nur, aber auch aus der Schweiz.
- Das aktuelle Interview meines SWI swissinfo.ch-Kollegen David Eugster finden Sie hier.
- David begleitet das Thema eng und hat sich beispielsweise auch hier oder hier damit auseinandergesetzt.
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Rückgewanderte Auslandschweizerin: «Es ist wie eine Postkarte in der Schweiz.»
Australien ist ein beliebtes Auswanderungsziel. 2021 lebten um die 25’000 Schweizer:innen in Australien.
Oriana Pauli hat den umgekehrten Weg gemacht: Sie ist in der Schweiz geboren und lebte bis vor zwei Jahren an der Sunshine Coast, berühmt für ihre Surfstrände in Ostaustralien.
Nun lebt sie im Kanton Solothurn, hat einen Job gefunden und fühlt sich in der Schweiz angekommen. Im Interview mit Radio SRF zeigt sich die Journalistin geradezu begeistert: «Wahnsinn, in nur zwei Jahren haben Sie Deutsch gelernt.» Pauli ihrerseits gefällt es in der Schweiz. Es sei wie in einer Postkarte.
- Das Interview mit Radio SRF können Sie hierExterner Link hören.
- Unser Beitrag über die australisch-schweizerischen Bande: «Älpler und Aussies«
Leben Sie in der EU? Was ist ihre Meinung zur Beziehung zwischen Bern und Brüssel?
Die Verhandlungen über das Rahmenabkommen sind abgebrochen. Die Schweiz und die EU tasten sich ab. Wo das hinführt, weiss niemand.
Welche Folgen hat das für die fast 450’000 Schweizer:innen, die in einem EU-Land leben? Sind Sie davon betroffen? Was ist ihre Meinung dazu?
Darüber diskutieren wir am 10. Februar 2023 mit den zwei Expert:innen für EU-Fragen Astrid Epiney und Urs Bieri bei «Let’s Talk», unserem neuen Debattenformat.
Machen Sie mit! Sie können sich live über Ihren Computer zu dieser Aufzeichnung zuschalten. Melden Sie sich jetzt bei meiner Kollegin: melanie.eichenberger@swissinfo.ch
Sie können uns Ihre Meinung oder Frage auch jetzt schon senden oder hier posten. Wir werden sie dann in der Sendung diskutieren.
«Let’s Talk» wird aufgezeichnet und auf unserer Website und den verschiedenen Apps verbreitet.
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