News aus der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Schweizer Wirtschaft sendet unterschiedliche Signale: Die Arbeitslosigkeit ist tief, das BIP schwächelt und der Tourismus nimmt an Fahrt auf. Die Gewerkschaften und der Arbeitgeberverband bereiten sich schon auf einen heissen Herbst vor.
Freundliche Grüsse aus dem sonnigen Bern
Ein schwächelndes BIP, ein aufblühender Tourismus und eine starke Uhrenindustrie: Unsere Übersicht.
Das Wachstum stockt, die Inflation hält an, die Arbeitslosigkeit geht runter, einzelne Sektoren starten (wieder) durch: Die Schweizer Wirtschaft sendet scheinbar widersprüchliche Signale. Damit sind wir aber nicht allein – die Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben globale Auswirkungen.
Für die Menschen in der Schweiz bedeutet das unter dem Strich Mehrausgaben. Der steigende Referenzzinssatz wird sich ab Herbst deutlich auf die Mieten auswirken. Und per 2024 steht eine Erhöhung der Krankenkassenprämien an, wie auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte.
Die Gewerkschaften haben bereits Forderungen gestellt: Für das Jahr 2024 fordern sie fünf Prozent mehr Lohn – und einen monatlichen Zustupf an die Krankenkassenprämien. Denn die Reallöhne seien in diesem Jahr um 3000 Franken gesunken. Der Arbeitgeberverband winkt ab – im Herbst werden harte Verhandlungen erwartet.
- Hier geht es zu unserem Quartals-Check.
- Der Blick berichtet über die Forderungen der GewerkschaftenExterner Link.
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SRF-Korrespondent: Wie man aus Russland berichtet, wenn man nicht einreisen darf.
Seit Anfang Jahr ist Calum MacKenzie Russland-Korrespondent von SRF. Bisher berichtet er aus der Schweiz – denn die Einreise blieb ihm bisher untersagt und eine Arbeitserlaubnis hat er nicht erhalten.
Das ist wenig erstaunlich, haben doch sehr viele internationale Journalist:innen das gleiche Problem. Nach dem Angriff auf die Ukraine hat Russland drakonische Strafen gegenüber Medienschaffenden erlassen, die schon vorher ärmliche Medienfreiheit ist im Land praktisch aufgehoben worden.
Im SRF-Porträt erklärt MacKenzie, wie er aus der Schweiz über Russland berichtet. Es braucht einiges an Improvisation und Erfindungsreichtum. Richtig gefährlich ist es aber für russische Journalist:innen, denn sie stehen im Fokus des russischen Regimes. Mittlerweile belegt das Land auf der Rangliste der Pressefreiheit der Reporter Ohne Grenzen den Platz 164 von 180.
- Lesen Sie hierExterner Link den Bericht von SRF News.
- Hier geht esExterner Link einem Gespräch mit Igor Petrov, einem Kollegen aus unserer russischsprachigen Redaktion.
Wasser: Die vielleicht grösste Herausforderung des Jahrhunderts?
Der Klimawandel treibt den Wassermangel an: Viele Staaten kämpfen mit knapper werdenden Ressourcen. Aber auch andere menschliche Faktoren spielen eine Rolle, wie uns der Präsident des Weltwasserrats, Loï Fauchon, im Interview erklärt.
Dennoch ist Fauchon optimistisch: Nach den schweren Dürreperioden in den letzten Jahren habe man im Westen ein «echtes Bewusstsein» dafür entwickelt – und im Rest der Welt wohl ohnehin schon, mag man hinzufügen: Länder des globalen Südens sind noch mehr vom Problem betroffen.
Im Zentrum der Diskussionen werden darum technologische Entwicklungen stehen. Entsalzung, Wiederverwertung, Einsparungen: Es braucht eine Palette an Massnahmen, um den Wassermangel zu bekämpfen. Das wird je nach Region natürlich anders umgesetzt – klar ist aber: Es braucht weltweite Anstrengungen.
- Lesen Sie hier unser Interview mit Loïc Fauchon.
- Zum Auftakt unserer Wasser-Serie geht es hier lang.
Ein Europäer rät der EU, der Schweiz beizutreten: Robert Menasse im Interview.
Der Wiener Schriftsteller Robert Menasse ist nicht zuletzt bekannt geworden durch seine Romane, in denen die Europäische Union eine zentrale Rolle spielt. Ein politisches Konstrukt in den Mittelpunkt eines Romans zu stellen – und daraus noch einen spannenden Roman zu entwickeln – das ist echte Kunst.
Menasse ist denn auch Europäer mit Leib und Seele; das heisst EU-Anhänger. Im Interview mit dem Basler Onlinemedium Bajour hat er jedoch einen verblüffenden Tipp für die Union: Sie solle doch der Schweiz beitreten.
Ob das sein Ernst sei, wird er natürlich gefragt. Hier seine Antwort: «Ja, das ist kein Scherz. Die Schweiz könnte ihre Erfahrungen und all das, was sie im Kern ausmacht, in die EU einbringen. Die Schweiz ist vielsprachig, multikulturell, föderalistisch und radikaldemokratisch. Der Kanton ist wichtiger als die Nation. Also die Schweiz erfüllt schon jetzt im Kleinen, was man sich für die EU wünscht. Das ist doch ein guter Vorschlag.»
- Hier geht esExterner Link zum Interview auf Bajour.
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