Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Nichts ist umsonst – auch nicht der Quantencomputer, den die ETH als Teil des F-35-Kampfjet-Deals erhält. Denn diese sogenannten Offset-Geschäfte erhöhen den Kaufpreis um mehrere Hundert Millionen Franken.
Des Weiteren erfahren Sie im Briefing, welche Infektionskrankheiten in der Schweiz gerade für Schlagzeilen sorgen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Der F-35-Deal beschert der ETH einen neuen Quantencomputer von IBM. Doch das Geschenk hat seinen Preis.
Wie Sie letzte Woche in unserem Briefing lesen konnten, wurde beim Kauf der F-35-Kampfjets nie ein Fixpreis vereinbart. Bei all der Aufregung um den Kaufpreis ging jedoch etwas unter: Zum Kampfjet-Kauf gehören auch milliardenschwere Gegengeschäfte.
Die ETH darf sich nämlich über einen neuen Supercomputer freuen. Die Hochschule bekommt einen Quantencomputer des US-Unternehmens IBM geschenkt, wie SRF berichtet. IBM liefert die Hardware, der Kampfjet-Hersteller Lockheed Martin zahlt. Der Computer soll bis Ende Jahr am ETH-Supercomputerzentrum in Lugano seine Arbeit aufnehmen. Auch Lockheed Martin soll vom Computer profitieren: Gemeinsam mit IBM will der Rüstungskonzern darauf eine neuartige Navigationsmethode erforschen.
Ganz gratis ist der Quantencomputer für die Schweiz allerdings nicht. Die sogenannten Offset-Geschäfte sind eine Bedingung des F-35-Kaufs – und Lockheed Martin lässt sich diese Verpflichtung über den Kaufpreis mitbezahlen. Armasuisse schätzt, dass die Offset-Pflicht die Beschaffung der Kampfjets insgesamt um 700 bis 800 Millionen Franken verteuert.
Nach fast fünf Jahren an der Spitze des Seco tritt Helene Budliger Artieda zurück. Ihr Abgang kommt überraschend – und sorgt in Bundesbern für Spekulationen.
Sie war eine Schlüsselfigur bei den Zollverhandlungen mit den USA. Nun verlässt die Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ihren Posten: Helene Budliger Artieda hat gekündigt, wie ihr Chef, Bundesrat Guy Parmelin, mitteilte. Sie suche eine neue Herausforderung.
Über die Gründe für Budligers Abgang wird seither spekuliert. Der Blick vermutet, dass Parmelin seiner Chefbeamtin einen Abgang nahegelegt habe, um eine ihm nahestehende Person zu installieren – bevor er selber zurücktritt. Auch die laufende Untersuchung zum Krisenmanagement des Bundesrats im Zollstreit mit den USA – Stichwort Rolex und Goldbarren – könnte zu Budligers Rücktritt beigetragen haben.
Die Verhandlungen mit den USA waren dabei nur eines ihrer grossen Dossiers: Die Spitzendiplomatin prägte als Hauptverantwortliche auch das EU-Dossier und mehrere Freihandelsabkommen. Besonders wichtig war ihr Anteil am Durchbruch bei den zuvor festgefahrenen Verhandlungen mit Indien, das Abkommen mit der Schweiz wurde vor einem Jahr abgeschlossen.
Mitten in Europa, aber ausserhalb der EU: Die Schweiz und Grossbritannien haben einiges gemeinsam. Der britische Botschafter erklärt, was die beiden Länder verbindet – und welche Verantwortung daraus entsteht.
Was würde Winston Churchill über das heutige Europa sagen? Diese Frage stellt die NZZ dem britischen Botschafter in der Schweiz. Anlass ist der Jahrestag von Churchills Rede in Zürich, die er am 19. September 1946 hielt. «Churchill war Realist», antwortet James Squire. Er würde die Schweiz und Grossbritannien zur Zusammenarbeit drängen – und die Demokratie verteidigen.
Im Interview geht es um die Positionen der beiden nicht-EU-Mitglieder und um die Schweizer Neutralität. «Die Schweiz profitiert von ihrer Lage im Nato-Raum», so der Botschafter. Damit gehe auch eine gemeinsame Verantwortung einher. «Europa kann sich keine Lücken leisten.»
Die Schweiz führt in Yorkshire Trainingsflüge mit F/A-18-Kampfjets durch. Dies und weitere militärische Zusammenarbeiten stehen für Squire nicht im Widerspruch zur Neutralitätspolitik. Der Beitritt zu einem Bündnis sei nicht notwendig, eine «pragmatische Zusammenarbeit aber sinnvoll».
Zwei Infektionskrankheiten sorgen derzeit in der Schweiz für Schlagzeilen: Ein Tuberkulosefall an einer Schule im Kanton Basel-Landschaft und ein mysteriöser Legionellen-Ausbruch in Wetzikon.
Tuberkulose ist heute eine Krankheit, die gut behandelbar ist. Doch auch in der Schweiz erkranken pro Jahr etwa 550 Personen daran. Ein Fall macht gerade Schlagzeilen: In Bottmingen BL ist bei einer Lehrperson Tuberkulose festgestellt worden.
Nun müssen über 100 Schüler:innen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren auf die Krankheit getestet werden. In Quarantäne müssen sie aber nicht. Wo sich die Lehrperson angesteckt hat, ist gemäss dem Kantonsarzt Aref Al-Deb’i unklar, wie SRF berichtet.
Im Kanton Zürich hat eine andere Krankheit ein Todesopfer gefordert: In Wetzikon ist eine Person an Legionellose erkrankt und gestorben. Wie die Gesundheitsdirektion des Kantons mitteilt, hatte die Person mehrere Vorerkrankungen. Seit Anfang 2025 sind in der Stadt vermehrt Fälle von Legionellose festgestellt worden, acht davon seit Juni 2026. Trotz Abklärungen konnte die Infektionsquelle bisher nicht festgestellt werden.
Im Sommer kam es in Basel zu einem Legionellen-Ausbruch, eine Person ist gestorben. Bei diesem Ausbruch war die Infektionsquelle eine Kühlanlage auf einem Geschäftsgebäude.
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