Burgdorf übt Kritik an den Verkehrsplänen des Bundes
Die Stadt Burgdorf teilt zwar verschiedene Aspekte der Verkehrsplanung des Bundes, bekannt unter dem Namen "Verkehr 45". Dazu gehört etwa die verkehrsträgerübergreifende Ausrichtung der Vorlage. Aber die Stadt befürchtet, dass mittelgrosse Regionalzentren abgehängt werden könnten.
(Keystone-SDA) Die vom Bund vorgenommene Priorisierung der Vorhaben benachteilige mittelgrosse Regionalzentren «massiv», schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Freitag. Damit würden wichtige Entwicklungen vor Ort behindert.
In Burgdorf geht es dabei beispielsweise um den aus Sicht der Stadt dringend nötigen Ausbau des Bahnhofs, der vom Bund auf die Zeit nach 2040 verschoben werden soll. Die Publikumsanlagen seien bereits heute an ihrer Leistungsgrenze. Zudem bestünden Mängel beim behindertengerechten Zugang und es fehlten Abstellgleise.
Auch der von der Region seit Jahren geforderte 10-Minuten-Takt zwischen Bern und Burgdorf sei aus dem aktuellen Paket gestrichen worden. Inakzeptabel für Burgdorf und die Region ist zudem der mit dem Fahrplankonzept 2035 geplante Wegfall der halbstündlichen IR-Verbindungen via Olten in Richtung Zürich/Ostschweiz.
Die Unsicherheit bei der Planung habe gravierende Folgen, warnte die Stadt. Ohne verbindliche Zusagen des Bundes für den Ausbau regionaler Bahnknoten werde eine qualitätsvolle Siedlungsentwicklung nach innen verunmöglicht.
Kritik übte Burgdorf auch an der Verteilung der Gelder aus dem Programm Agglomerationsverkehr (PAV). Obwohl die Agglomeration Burgdorf Fortschritte bei der Innenverdichtung vorweise, erhalte sie lediglich den gesetzlichen Mindestbeitrag von 30 Prozent an Bundessubventionen. Die Stadt fordert daher eine Anpassung der Beurteilungskriterien.
Fortschritte bei einer qualitätsvollen Siedlungsentwicklung sowie die Funktion von regionalen Schlüsselmassnahmen müssten finanziell stärker angerechnet werden, so eine weitere Forderung. Davon würden zahlreiche mittelgrosse Agglomerationen in der Schweiz profitieren.