Diplomaten: US-Delegation traf Huthi-Vertreter im Oman
Angesichts der erneuten Gefechte im Jemen haben sich Vertreter der US-Regierung mit Vertretern der Huthi-Miliz zu direkten Gesprächen getroffen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen in Riad.
(Keystone-SDA) Bei dem Treffen in der US-Botschaft im Oman hätten die Huthi zugesichert, rund um die wichtige Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer und dem Golf von Aden keine Schiffe der USA und Israels anzugreifen.
Die Miliz hatte zuvor eine «Blockade» für saudische Schiffe angekündigt und daraufhin mehrere saudische Schiffe angegriffen oder zu Kursänderungen gezwungen.
Das Königreich gerät seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg wieder stark unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland. Bei einem mutmasslichen Angriff der Huthi wurde im saudischen Taif, das rund 100 Kilometer von der für Muslime heiligen Stadt Mekka liegt, ein Mensch getötet. Zwei weitere Personen wurden verletzt. Auch Gebäude und Fahrzeuge seien beschädigt worden, teilte der saudische Zivilschutz mit.
Es ist das erste bekannte Todesopfer in Saudi-Arabien seit der neuen Eskalation im Jemen vor einigen Wochen. Im Zuge des seit mehr als zehn Jahren laufenden Bürgerkriegs wurden auch in Saudi-Arabien immer wieder Zivilisten durch Angriffe getötet oder verletzt.
Saudischer Kronprinz liess sich über Huthi-Gespräche informieren
Die saudische Führung bemühe sich um mehr Unterstützung des US-Militärs bei der Abwehr der Angriffe, hiess es aus Diplomatenkreisen in Riad. US-Vertreter hätten den saudischen Kronprinzen und faktischen Herrscher Mohammed bin Salman auch über die Gespräche mit den Huthi informiert.
Saudische Kampfjets griffen nach Huthi-Angaben weiterhin Ziele im Jemen an. Dabei seien bei einem Angriff auf einen Funkmast in der Provinz Tais zwei Menschen verletzt worden, berichtete der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah.
Die Kämpfe zwischen den Huthi und der international anerkannten Regierung im Jemen gehen unvermindert weiter, unter anderem in der bergigen Provinz Tais. Nach Regierungsangaben kommt es auch in Marib, al-Dschauf, Haddscha und weiteren Landesteilen zu Gefechten.