Kantonsrat lehnt Motion zum Erhalt der Flächenfliegerei ab
Kantonsrat Severin Wallimann (SVP) hat vom Regierungsrat verlangt, dass der Flugplatz Kägiswil neben der Rega weiterhin für die Flächenfliegerei genutzt werden kann. Der Obwaldner Kantonsrat erklärte die Motion am Donnerstag für dringlich, lehnte sie später aber ab.
(Keystone-SDA) Der einstige Militärflugplatz Kägiswil beschäftigt den Kanton Obwalden seit Langem. Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) plant bekanntlich, ihren Hauptsitz von Zürich nach Kägiswil zu verlegen. Vor knapp zwei Monaten lehnte der Bund das Gesuch der Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW) ab, den Flugplatz in ein ziviles Flächenflugfeld umzuwandeln. Damit ist offen, ob der Flugplatz weiterhin von Sport-, Segel- und anderen Kleinflugzeugen genutzt werden kann. Der Baurechtsvertrag zwischen dem Bundesamt für Rüstung und der FGOW läuft Ende September aus.
Kantonsrat Severin Wallimann (SVP) will den Flugbetrieb mit Flugzeugen in Kägiswil erhalten. Ein ziviler Flugplatz bringe dem Kanton «Standortvorteile», argumentierte er. Der Regierungsrat soll sich beim Bund dafür einsetzen, dass der Flugplatz künftig von der Rega und von Flächenflugzeugen genutzt werden kann. Falls diese Mischnutzung nicht möglich ist, soll die Regierung mögliche Ersatzstandorte im Kanton Obwalden aufzeigen.
Ja zur Dringlichkeit, Nein zum Vorstoss
Wallimann begründete die Dringlichkeit seines Vorstosses damit, dass der Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL), der schweizweit die Standorte der Flugpisten festlegt, bis Ende Jahr angepasst werden soll. Sämtliche Fraktionen und auch die Regierung stimmten der Dringlichkeit des Vorstosses zu.
In der Debatte am Donnerstag hatte der Alpnacher dann einen schweren Stand. Einzig Peter Wild (SVP) äusserte Zustimmung. Er verwies auf die Ausbildungsplätze, die der Flugplatz Flugschülerinnen und Flugschülern biete.
Trudi Abächerli-Halter (FDP) bezeichnete die Richtungsänderung als «nicht nachvollziehbar». Dominik Imfeld (Mitte/GLP) verwies auf die 200 Arbeitsplätze, welche die Rega in die Region bringe. Zudem werde das Projekt mit einem Ja zum Vorstoss weiter verzögert. Daniel Windisch (CSP) sagte, die Flächenfliegerei komme nur einer kleinen Bevölkerungsgruppe zugute. Peter Lötscher (SP) sagte, eine Mischnutzung, also Helikopterbetrieb und Flächenfliegerei, sei nicht im «Interesse der Bevölkerung».
Baudirektor Josef Hess (parteilos) sagte, eine Mischnutzung sei wegen Sicherheitsbedenken und der fehlenden Zustimmung der Grundeigentümerschaft gar nicht möglich. Zudem stellte er den Standortvorteil eines zivilen Flugplatzes in Frage.
Letztlich lehnte der Kantonsrat den Vorstoss mit 42 zu 11 Stimmen deutlich ab.