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Südbünden kämpft gemeinsam gegen Lernendenmangel

Keystone-SDA

In Südbünden hat die Zahl der Schüler kontinuierlich abgenommen. Nun wollen die Regionen Bernina, Unterengadin/Münstertal und Maloja zusammenspannen und einen Beitrag gegen die Abwanderung leisten.

(Keystone-SDA) Im Engadin, im Bergell, im Münstertal und im Puschlav ist die Entwicklung dieselbe: Die Zahl der Schülerinnen und -schüler auf der Sekundarstufe I nimmt ab. Laut einer Analyse der drei Südtäler verzeichnet die Region Unterengadin/Münstertal den stärksten Rückgang: Hier sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler von 261 im 2011 auf 193 im 2025. In der Region Maloja ging die Zahl von 337 auf 323 zurück, im Puschlav von 139 auf 131 innerhalb von 15 Jahren. Der Rückgang der Schülerzahlen geht Hand in Hand mit der demografischen Entwicklung dieser Regionen, die ebenfalls negativ ist.

Die Zahlen wurden am Donnerstag in Pontresina an einer von den Regionen Bernina, Unterengadin/Münstertal und Maloja organisierten Veranstaltung präsentiert.

Nun wollen die Regionen handeln und die Zusammenarbeit stärken. «Wir müssen vom Konkurrenzdenken wegkommen. Wenn wir uns gegeneinander bewegen, dann werden wir nur verlieren, wenn wir zusammenstehen, sind wir politisch stark», argumentierte Remo Püntener von der Gewerbeschule Samedan.

Stärkere Berufsschule als Mittel gegen Abwanderung

Die Vorsitzende der Präsidentenkonferenz Region Unterengadin/Münstertal, Gabriella Binkert Becchetti, hob die eigentliche Bedeutung der Berufsbildung hervor: «Wenn die Berufsschulen gestärkt werden, dann stärken sich auch Gemeinden und Unternehmen und die Abwanderung wird bekämpft.»

Im Saal anwesend war auch der Leiter des kantonalen Amts für Höhere Bildung, Curdin Tuor, der die Initiative und die Motivation lobte, gemeinsam in dieselbe Richtung zu gehen. Dasselbe Amt hatte vor drei Jahren den Weiterbestand des Unterrichts für verschiedene Berufe an der Berufsschule Poschiavo – der einzigen italienischsprachigen im Kanton Graubünden – infrage gestellt. Der Grund war eben jene ungenügende Anzahl an Lernenden.

Den Forderungen des parlamentarischen Auftrags folgend, arbeitet auch Chur an einer Strategie zur Stärkung der Berufsbildung in Graubünden. Laut Tuor liegen die von der Arbeitsgruppe der drei Südregionen identifizierten Handlungsfelder nicht weit von denen des kantonalen Amts entfernt.

Ausrichtung an kantonaler Strategie

«Wir versuchen, uns an diesem Prozess auszurichten, um unsere Vision in die kantonale Strategie einzubringen, sodass anschliessend eine einheitliche entsteht», erklärte SVP-Grossrätin Gabriela Menghini-Inauen. Zusammen mit weiteren Vertretern aus Politik und Bildung gehört sie der Steuerungsgruppe dieses neuartigen Projekts an, das einen ganzen Kantonsteil zum gemeinsamen Handeln bewegt. In den kommenden Monaten werden Treffen organisiert, um konkrete Massnahmen zu definieren. Die Strategie für Südbünden soll bis zum Frühjahr 2027 vorliegen.

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