Transport der drei Masten der provisorischen Seilbahn bei Blatten
Der Bau der provisorischen Seilbahn zwischen Wiler und Weissenried (VS) hat am Donnerstag mit dem Transport der drei Masten der künftigen Anlage einen Meilenstein erreicht. Die Anlage soll über das ganze Jahr die Erreichbarkeit von Blatten gewährleisten.
(Keystone-SDA) Die Bauarbeiten für die Seilbahn begannen im vergangenen April, zeitgleich mit denjenigen für die Kantonsstrasse. Die Einweihung der provisorischen Seilbahn ist für den 21. Dezember geplant. Die Inbetriebnahme könnte bereits am 13. Dezember erfolgen, sofern die Bauarbeiten bis dahin reibungslos verlaufen und eine für diesen Herbst geplante Testphase erfolgreich abgeschlossen wird.
Die Anlage, die Wiler mit Weissenried, einem Weiler der Gemeinde Blatten, verbinden soll, umfasst zwei Stationen, drei Masten und zwei Kabinen mit einer Kapazität von jeweils acht Personen. Sie wird den Transport von Personen und Gütern in wenigen Minuten ermöglichen.
Ein mit Spannung erwartetes Ereignis
Diese drei 30 bis 40 Meter hohen Masten würden fortan wie echte Denkmäler im Lötschental thronen, sagte Antonino Maesano, Projektleiter beim Kanton Wallis, zu Keystone-SDA. «Alle freuen sich wirklich sehr auf diesen so wichtigen Meilenstein.»
Dies sei ein erster Schritt, um mehreren Familien zu ermöglichen, wieder eine gewisse Normalität in ihrem Alltag zu finden, so Maesano weiter. «Die Seilbahn wird den Schülern den Weg zur Schule und den Erwachsenen den Weg zur Arbeit erleichtern.» Die Anlage wird auch für Touristen, insbesondere für Wanderer, zugänglich sein und kann bei Bedarf für Notfälle genutzt werden.
Für drei Jahre
Die neue Anlage soll das ganze Jahr eine zuverlässige Anbindung gewährleisten, insbesondere wenn die provisorische Strasse im Winter aufgrund der Wetterbedingungen nicht befahrbar ist. Die Seilbahn soll drei Jahre lang in Betrieb sein, bis die anderen Zugangswege wiederhergestellt sind. Ihre Betriebsdauer könnte je nach Bedarf verlängert werden.
Am 28. Mai 2025, gegen 15.30 Uhr, hatten sich mehr als neun Millionen Kubikmeter Gestein und Eis vom Birch-Gletscher gelöst und waren ins Tal gestürzt, wobei sie den Kern des Dorfes Blatten dem Erdboden gleichmachten. Dank einer von den Behörden angeordneten frühzeitigen Evakuierung kam bei dieser Naturkatastrophe von beispiellosem Ausmass nur eine einzige Person ums Leben.