Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Zermatt ist seit Tagen prominent in den Schweizer Schlagzeilen vertreten. Nicht wegen des ersten Wintereinbruchs gestern, nein, wegen eines Restaurants.
Herzliche Grüsse aus dem Homeoffice.
Zu Zeiten von Corona kann auch eine einfache Beiz schweizweit für Schlagzeilen sorgen.
«Skandal-Beiz Walliserkanne in Zermatt», «Eklat um Walliserkanne» oder»Die Walliserkanne ist nicht das Rütli» – Ein Walliser Restaurant respektive deren Wirtefamilie erhitzt die Gemüter in der Schweiz.
Zugegeben, ich habe in den letzten Tagen den Überblick in der Posse rund um das Restaurant in Zermatt verloren. Heute habe ich mir ihn für Sie wiederbeschafft.
Was ist passiert? Eine Wirtefamilie, die im Ort offenbar über einigen Einfluss verfügt, widersetzt sich den geltenden Corona-Massnahmen – sprich gegen die Zertifikatspflicht in Restaurants. Die Beiz wurde deshalb nach mehreren Verwarnungen von den Behörden geschlossen. Die Wirte-Familie kümmerte das nicht und brach das amtliche Siegel und bewirtete ihre Gäste weiter.
Selbst massive Betonblöcke konnte die renitente Familie nicht daran hindern, weiter zu wirten. Die Polizei griff durch und verhaftete drei Familienmitglieder. Heute beantragte der Staatsanwalt die Untersuchungshaft. Massnahmen-Gegner:innen solidarisieren sich derweil mit den renitenten Beizern. Massnahme-Befürworter:innen schütteln den Kopf.
- BlickExterner Link ist nahe dran am Geschehen.
- Corona-Skeptiker solidarisieren sich: bluewin.chExterner Link
- Journalist Edgar Schuler im Tages-Anzeiger meint dazu: «Der Fall taugt auch nicht als Symbol für eine herbeigefürchtete Spaltung der Gesellschaft.»Externer Link(Paywall)
Der Schweiz werden in einer Tabakstudie miserable Noten vergeben.
Nur die Dominikanische Republik schneidet in der Länderbewertung schlechter ab, titelt heute der Tages-Anzeiger dazu. Insgesamt 80 Länder wurden für den Bericht des internationalen Tabaklobby-Index 2021 punkto ihrer Regulierung der gesundheitsschädigenden Branche analysiert.
Die Schweiz diene als Zufluchtsort für die multinationalen Tabakkonzerne. Von hier aus könnten sie in aller Ruhe und Sicherheit ihre globalen Aktivitäten planen. Der Index zeigt denn auch das lange Sündenregister der Schweiz auf.
So werden der Schweiz Verflechtungen zwischen der Tabak-Lobby und der Politik vorgeworfen. Auch in Sachen Transparenz, Preispolitik und Prävention schneidet sie schlecht ab. Zudem wird die Dichte der Verkaufspunkte bemängelt: An 28’000 Orten kann man Tabakwaren kaufen. Das ist eine zehnmal höhere Dichte als in Frankreich.
- Brunei Darussalam und Neuseeland liegen auf Platz 1 und 2 des Index: Global Tobacco IndexExterner Link
- Hier geht es zum Artikel des Tages-Anzeigers: Einfluss der TabaklobbyExterner Link (Paywall)
- Auch wir haben schon darüber geschrieben: Die Schweiz, Bollwerk der Tabakkonzerne
Leben Sie in einem zweisprachigen Haushalt? Und sprechen Ihre Kinder beide Sprachen?
Der kanadische Botschafter in Deutschland, Stéphane Dion, spricht in einem Interview mit meinem Chef Marc Leutenegger darüber, weshalb die Schweiz als Musterland der Mehrsprachigkeit gilt.
Anders als etwa in Kanada, Belgien oder Spanien gibt es in der Schweiz keinen Separatismus der Sprachgruppen. Grund für das Fehlen von separatistischen Strömungen sieht der kanadische Botschafter unter anderem im wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz. Es gäbe keinen Anreiz für die verschiedenen Sprachregionen, sich Italien, Deutschland oder Frankreich anzuschliessen.
Dion war in seiner langen politischen Karriere auch schon Minister für Amtssprachen in Kanada. Damals habe er einen Plan ausgearbeitet, der französisch-englische Paare dabei unterstützt, ihr zweisprachiges Erbe an ihre Kinder weiterzugeben. Wie sieht das bei Ihnen zu Hause aus?
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Hier finden Sie das Interview dazu.
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Ein Artikel aus dem Archiv: Wer Italienisch spricht, hat in der Verwaltung das Nachsehen
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Ebenfalls aus dem Archiv: Der Kanton Jura zeigte sich in der Schweiz separatistisch, konnte sich aber friedlich und demokratisch vom Kanton Bern lossagen.
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Das Schweizer Fernsehen zeigte ein Länderspiel der Frauen-Nati auf TikTok.
Das sorgte für Gesprächsstoff. TikTok – die Social Media App für die ganz Jungen. Selbst unsere Videojournalistin meint, sie sei mit 29 schon fast zu alt dafür. Die grosse Beliebtheit bei den Jungen macht sich das Schweizer Fernsehen zu Nutze. Sie zeigten das WM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen Rumänien als Livestream auf dem TikTok-Account von SRF.
«In erste Linie war es für uns ein Versuch. Wie kommt das Angebot bei den Usern an? Wie hoch ist der technische und personelle Aufwand?», so die Chefredaktorin von SRF Sport gegenüber der Aargauer Zeitung. Nicht ganz frei von Brisanz sei derweil, dass SRF mit Gebührengeldern Sendungen produziere, die es dann auf einer chinesischen Plattform gratis ausstrahle.
Doch die Konzession beauftragt SRF eben auch, Angebote für Junge zu produzieren und rechtfertigt somit diesen Versuch. Lohn dafür: Der TikTok-Account von SRF-Sport hat seither 1000 neue Follower:innen. Mit seinen 20’200 Follower:innen kann der Account aber nicht mit Alisha Lehmann – einer Stammspielerin der Frauen-Nati – mithalten. Sie hat sage und schreibe deren 3,9 Millionen.
- HierExterner Link geht’s zum Artikel (Paywall).
- Mein Kollege, Philipp Meier, hat die Schweiz auf TikTok in 19 kurzen Video-Clips zusammengefasst.
- Haben Sie gewusst? Auch SWI swissinfo.ch hat einen TikTok-AccountExterner Link.
Haben Sie unsere SWI-Arena verpasst? Hier können Sie sie nachschauen.
Es war ein hochklassiges Streitgespräch über die Schweiz und ihre Covid-Bewältigung. Die perfekte Abstimmungs-Information für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zum umstrittenen Schweizer Covid-Zertifikat.
Wie gespalten ist die Schweiz? Wie gut ist ihre Pandemiebewältigung? Wie wurden Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer dabei berücksichtigt?
In der SWI Arena diskutierten Nationalrätin und Befürworterin Elisabeth Schneider-Schneiter und Netzaktivist und Gegner Hernâni Marques. Schauen Sie nochmals die besten Augenblicke.
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Hier der Link: https://www.swissinfo.ch/ger/covid-zertifikat-abstimmung/47020896
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Hier fasst mein Kollege Samuel Jaberg zusammen, worum es in der Abstimmung geht.
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